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Slowenien
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Ljubljana 

von Daniela Schetar

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Quelle: ©iStockphoto.com/Viorika Prikhodko

Sie ist eine ganz besondere Schönheit, Ljubljana, die slowenische Hauptstadt: Zwischen Burgberg und dem von Weiden gesäumten Bogen des Flüsschens Ljubljanica mäandern schmale Gässchen durch die barocke City. Verspielte Brücken führen hinüber zur Neustadt mit ihren historisierenden Bauten aus Klassizismus und Jugendstil, und über das ganze Ensemble wacht die mächtige Burg. Ljubljana muss man im späten Frühling und Frühsommer erleben, wenn Jung und Alt in den Straßencafés flirtend die wärmenden Sonnenstrahlen genießen. In dieser Zeit ist das südliche Licht über Ljubljana besonders intensiv, ein Licht, das die Stadt mit mediterraner Milde umgibt und ihr ein besonderes Flair verleiht.

Auf Plecniks Spuren

©iStockphoto.com/Matej Michelizza Barcelona hat Gaudí und Ljubljana hat Plecnik: Doch von dem slowenischen Stararchitekten, der seine Heimatstadt in der ersten Hälfte des 20. Jh. mit seiner ganz besonderen, in kein Raster passenden Architektur schmückte, haben bislang nur Kenner gehört. Dass der 1872 geborene Plecnik ein Genie gewesen sein muss, sieht aber auch der Laie schon beim Blick auf die „Drei Brücken“ (Tromostovje), die vom Prešeren-Platz über den Fluss in den historischen Stadtkern führen: Einer schlichten Brücke fügte der Meister links und rechts zwei weitere Stege an und schmückte sie mit den für ihn so charakteristischen, der Antike nachempfundenen Laternen – fertig war ein ebenso auffälliges wie schönes Brückenensemble. Auch die Markthallen gleich nebenan sind sofort als Plecnik-Werk zu erkennen: griechischen Tempeln nachempfunden, aus weißem Stein und unendlich elegant. Dass es darin eher bäuerlich zugeht – hier verkaufen die Leute vom Land ihre Produkte – tut der Vornehmheit der Architektur keinen Abbruch und ist typisch für Ljubljana: Die Städter sind mit dem Umland eng verbunden, und alles, was aus heimischer Produktion stammt, wird besonders geschätzt: Schnaps, Honig, Wein schmecken am besten, wenn sie vom befreundeten Bauern oder hier auf dem Markt gekauft wurden.

©iStockphoto.com/Phooey Zurück zu Jože Plecnik: Er hat auch Ljubljanas Stadion errichtet, das nun efeuüberwuchert auf seine Renovierung hofft, und Ljubljanas Friedhof Žale, eine marmorne, anrührend schöne Stadt der Toten. Er hat auf der Burg gebaut, zu der heute eine moderne Zahnradbahn hinaufführt, er hat Ljubljanas Open-Air-Bühne, die Križanke, mit seinen verspielten Säulen, Kapitellen und Laternchen verschönert, und er hat diverse Kirchen ausgestattet. Sein Meisterwerk ist wohl die Universitätsbibliothek in der Vesova ulica, ein mächtiger, kantiger Kasten, der durch die Fassadendekoration aus Kalkstein und Ziegel wirkt, als sei er mit einem zarten Gewebe überzogen. Hier sind wir auch wieder bei der Jugend von Ljubljana angelangt, denn die rund 40 000 Studenten – immerhin ein knappes Fünftel von Ljubljanas Einwohnern – schwirren rund um die Bibliothek, den Platz Kongresni trg und das angrenzende Flussufer herum, was für eine überaus lebhafte Atmosphäre sorgt. Das quirlige Treiben setzt sich nachts in den coolen oder schrägen Clubs der Stadt fort: Die Schickeria geht ins Global, die alternative Szene tummelt sich auf dem ehemaligen Kasernengelände Metelkovo mesto.

Cafés und Kneipen

Straßencafés, Bistros und Restaurants sind in der Innenstadt ständig voll besetzt. An schönen Tagen ist in den Gassen Mestni trg und Stari trg, den Hauptadern der Altstadt, kein Durchkommen, weil englische Teehäuser, slowenische gostilne (Gaststätten), französische Restaurants und minimalistische Lounge-Cafés das Kopfsteinpflaster mit ihren Tischen einfach zustellen. Die Kneipenmeile ist zugleich auch Ljubljanas Mode-Dorado. Viele slowenische Designer haben eine internationale Karriere gemacht, und ihre Showrooms und Boutiquen sind hier, im ältesten Teil Ljubljanas, in malerischer Umgebung in mittelalterlichen Innenhöfen und unter barocken Giebeln untergebracht. Historisches und Modernes findet auch beim Flohmarkt zusammen, der samstags am nahe gelegenen Ljubljanica-Ufer stattfindet und bei dem man noch richtige Entdeckungen machen kann. Wie gesagt: am schönsten im milden Licht des Frühsommers, wenn Plecniks Kolonnaden Erinnerungen an antike Stätten wecken und die Sonne mediterrane Tupfer über die Altstadt legt.

Tipp

Zwei ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten hat Ljubljana zu bieten: Celica heißt die wohl berühmteste Jugendherberge Europas, denn sie ist in einem ehemaligen Gefängnis untergebracht. Die Gäste können zwischen Doppel- oder Mehrbettzellen wählen, fröhlich bunt lackierte Gitter an Tür und Fenstern inklusive (www.souhostel.com). Kontrastprogramm im Herzen der Altstadt: Das Antiq Hotel breitet sich mit viel Plüsch und Charme über mehrere Altstadt-Häuser aus – ideal für Leute, die Kitsch und kurze Wege mögen (www.antiqhotel.si).

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