… begin! 2012 werden die Olympischen Sommerspiele zum dritten Mal – nach 1908 und 1948 – in der Geschichte der modernen Olympiade in London stattfinden: ein Rekord.
Im Jahr 1908 hatten die Olympischen Spiele ursprünglich in Rom stattfinden sollen, doch zwei Jahre vor dem geplanten Ereignis zwang der Ausbruch des Vesuvs die italienische Regierung, die Olympiagelder nach London umzuleiten. Und nicht nur das: Die Briten gewannen damals auch die meisten Medaillen. Das zweite Mal, 1948, war überschattet von der jüngsten Geschichte. Man vergisst leicht, dass die Briten noch Jahre nach dem Krieg Lebensmittelrationierung hatten. Deutschland wurde zu diesen „Austerity Games“, den „enthaltsamen Spielen“ gar nicht erst eingeladen. Vierzig Jahre später feierten britische Athleten in Peking 2008 ihre größten Erfolge seit hundert Jahren; als sie zurückkehrten, wurden sie gefeiert wie Helden.
Entsprechend groß ist auf der Insel die Begeisterung darüber, dass das prestigeträchtigste Sportevent der Welt 2012 erneut in London abgehalten wird. Und zwar quer durch die Stadt: Fußball im neuen Wembley-Stadion, Tennis in Wimbledon, Triathlon im Hyde Park, Beach Volleyball in Horse Guards Parade und Schwimmen in Zaha Hadids ehrgeiziger Schwimmhalle in organischer Wellenform, dem Kernstück des in Stratford gelegenen Olympiaparks. Die Kosten sind eskaliert, und das Olympia-Logo ist grafisch völlig misslungen; ebenso die Maskottchen Wenlock und Mandeville – uninspirierte Roboterfiguren, die sich ein Augenpaar teilen müssen. Doch die Regenerierung von East London mit dem benachbarten Lea Valley ist eine wichtige Entwicklungschance für die Stadt. Rund 75 Prozent des Budgets fließen in Regenerierungsinitiativen, nach 2012 werden die Anlagen den umliegenden Gemeinden zur Nutzung offenstehen.
Das Wichtigste aber: London 2012 wird die grünste Olympiade der Geschichte. Zwar mussten hundert Jahre alte Schrebergärten den Green Olympics weichen, aber dafür wird auch kaum ein Olympiabesucher mit dem Auto zur Olympiade fahren. Tickets sollen an eine breitere Fanbasis gehen; man will keine peinlich leeren Sponsorenplätze.
Die beste Art, sich dem Phänomen London 2012 zu nähern, ist eine der hochinformativen geführten Touren am Rand des Olympiageländes. Zum guten Ende kann man sich da mit einem Cappuccino im „Viewtube“-Café belohnen: Dieser limonengrüne Wellblechcontainer ist nicht nur ein informeller Ort, sondern bietet zudem noch einen Panoramablick. Der Infowand neben dem Café lässt sich entnehmen, wo das Ganze noch hinführen soll – unter anderem zu neuen Radwegen und Wanderpfaden durch ehemalige Brach- oder Industriegebiete. Die Regierung und Gesundheitspolitiker hoffen, dass die Olympischen Spiele in ihrem Land die Briten und ihre Kinder zu mehr Bewegung und damit einer besseren Gesundheit inspirieren können.
Auf kultureller Ebene startete bereits 2008, vier Jahre vor dem Ereignis, die „Kultur-Olympiade“. Höhepunkt dieser größten Veranstaltung ihrer Art in der olympischen Geschichte wird das „London 2012 Festival“ vom 21. Juni bis zum 9. September werden; mit einem Best of British Pop, Film, Theater, Zirkus, Karneval, Kunst, Mode, Oper. Das Festival beginnt früher als die Olympiade und endet später – trotz aller Sportbegeisterung der Briten diesmal also ein klarer Vorteil für die Kultur …
Webseiten zum Thema sind www.london2012.com (offiziell) und www.londonolympics2012.com (inoffiziell). Für Touren auf dem Olympiagelände im Vorlauf auch GoEast.
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