zurück zu den Reportagen zurück zu "Reportagen"
Schäumender Genuss
Vielen Dank für Ihre Bewertung

Kölsch in Amsterdam? 

von E. Gugger, A. Bourmer

Bild 01_Artikel_Amsterdam_Bier
Quelle: DuMont Bildarchiv/ Rainer Kiedrowski

Biertrinken ist auch eine Kunst. Erst recht, wenn es um die Frage geht, welches Bier man trinken soll. Ein kleines Bier heißt in Amsterdam „fluitje“, „colaatje Pils“, „kabouterpils“ und „lampie licht“; ein großes „bakkie“ oder „vaas“.

Der wahre Kunstkenner zeichnet sich dadurch aus, dass er die Gepflogenheiten des Gastlandes, in dem er sich gerade aufhält, zur Kenntnis nimmt. Mindestens. Ohne natürlich die eigene Identität zu verleugnen. Das wird ihm in Amsterdam leicht gemacht, aber dazu kommen wir später. Jetzt werden wir erst einmal grundsätzlich: Am liebsten trinken Niederländer ihr Bier zur „borreluur“, zur Borrelstunde (nach der Arbeit). Dann trifft man sich mit Freunden oder Kollegen gern in einer Stammkneipe zu einem kleinen Umtrunk, spielt man mit Freunden Karten – „klaverjassen“ etwa, die niederländische Skatvariante –, knabbert Gouda-Stückchen oder nimmt Häppchen zu sich. Auf die Frage, ob man ein kleines oder großes Bier haben möchte, sollte man immer ein kleines Bier bestellen. Große Bierkrüge wurden nur eingeführt, um Engländer, Schotten und Iren zufrieden zu stellen. Niederländer legen übrigens Wert darauf, dass das Bier mit einer Schaumkrone gezapft wird, die etwa zwei Finger hoch sein sollte.

GRÜNES LOGO MIT ROTEM STERN

Bereits im 15. Jahrhundert eröffnete in Amsterdam die erste Bierbrauerei ihre Pforten; davor wurde Bier ausschließlich importiert. 1863 übernahm Gerard Adriaan Heineken die 1592 gegründete „De Hooiberg“ (Der Heuschober) am Nieuwezijds Voorburgwal, damals die größte Brauerei der Gegend. Bis 1886 wurde dort obergäriges, danach nach deutschem Vorbild untergäriges Bier hergestellt. Als Gerard Adriaan Heineken im Jahr 1893 starb, belief sich die Produktion der Brauerei auf 200 000 Hektoliter pro Jahr – eine durchschnittliche niederländische Brauerei verkaufte damals nicht mehr als 3000 Hektoliter jährlich. Heute ist Heineken mit einem Exportanteil von rund 19 Millionen Hektolitern in 170 Ländern die weltweit am meisten verbreitete Biermarke.

DRUM PRÜFE, WELCHES BIER MAN TRINKE

Früher war Amsterdam mit „bierbrouwerijen“ geradezu übersät – heute gibt es nur noch ein paar kleine Brauereien. Eine sehr junge Brauerei ist Brouwerij ’t IJ in einer historischen Windmühle (Funenkade 7; www.brouwerijhetij.nl). Gebraut werden verschiedene Biersorten, auch Pils, und das Proeflokaal ist täglich von 15.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Zudem kann man im Sommer im Biergarten nebenan die Hausprodukte mit dem charakteristischen Straußenvogel-Etikett probieren. Die Spezialität solcher „Proeflokaalen“ sind Jenever und Liköre. Doch gibt es hier in der Regel auch Bier. Das Café ‘t Smalle (Egelantiersgracht 12, westlich des Zentrums) ist eine im Jahr 1786 eröffnete Likörbrennerei und Probierstube. Sie zählt zu den schönsten der Stadt. Heute gibt es hier neben gutem Bier deftige Suppen und kleine Speisen. Das seit dem Jahr 1650 bestehende Lokal De Drie Fleschjes („Die Drei Flaschen“, Gravenstraat 18) bietet eine große Auswahl an Jenever und Likören ausschließlich der Firma Bols; auch hier wird – wie in vielen „braunen“ Kneipen – nach alter Sitte Sand auf den Fußboden gestreut. Links neben dem Eingang des Vier-Sterne-Hotels „Die Port van Cleve“ (Nieuwezijds Voorburgwal 176–180) befindet sich das historische Proeflokaal De Blauwe Parade aus dem Jahr 1887 – sehenswert vor allem deshalb, weil es innen vollständig mit blauen Delfter Kacheln ausgekleidet ist.

DIE HEINEKEN EXPERIENCE

Die ehemalige Heineken-Brauerei (Stadhouderskade 78) – ein riesiges, 1867 errichtetes Gebäude, in dem bis zum Jahr 1988 Bier gebraut wurde – beheimatet nun die Attraktion „Heineken Experience“. In den großen Hallen können Besucher erfahren, wie früher der Gerstensaft gebraut wurde. Auf einer Art Fließbanduntergrund durchlaufen sie exakt die gleiche Route, die früher jede Bierflasche durch die Brauerei zurückgelegt hat – von der Abfüllung über die Etikettierung bis zum Verladen auf den LKW. Das heißt: Man erlebt die Abfüllanlage aus der Perspektive einer Bierflasche. Wollte man das nicht schon immer mal? www.heinekenexperience.com

Anzeige

Weitere Inhalte

mehr Videos

Weitere Videos YouTube Logo

mehr Bilder

Disturbed SilenceTegenwoordig in AmsterdamHet Schipsmittysmijt?Clouds of LightVooruit maar, voor de combinoliefhebbers...GEBWeteringcircuit 1975Waiting From The RainAmsterdam, Stadhouderskade
flickr Logo

Reisewetter

Amsterdam
Mittwoch,
22.05.13
stark bewölkt
6C / 13C
Donnerstag,
23.05.13
Gewitter
5C / 11C
Freitag,
24.05.13
Regenschauer
5C / 12C
Ausführliches Reisewetter auf wetter.net Logo