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Köln
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Kapitale rheinischer Lebenslust 

von Marianne Bongartz

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Quelle: ©iStockphoto.com/Milansys

Während der Rest der Welt mit vier Jahreszeiten auskommen muss, beschert der Karneval Köln eine fünfte, die alljährlich am 11.11. pünktlich um 11.11 Uhr beginnt und in der Nacht zum Aschermittwoch endet. Doch auch außerhalb der sogenannten Session treibt der rheinische Frohsinn seine Blüten. Ob Veedelsfest, Christopher Street Day oder Marathon – in Köln wird keine Gelegenheit zu feiern ausgelassen. Großes Gefallen finden dabei vor allem farbenfrohe Umzüge, deren spektakulärster der Rosenmontagszug ist und der zugleich den Höhepunkt der Karnevalszeit markiert. »Denn wenn das Trömmelchen geht«, stehen urkölsche Gewächse ebenso wie karnevalsinfizierte Neu-Kölner in jeckem Outfit ›parat‹ für das närrische Treiben in den Straßen und in den Kneipen.

Zweitausend Jahre auf viereinhalb Quadratkilometern

©iStockphoto.com/Christoph Ermel Neben dem Kölner Karneval ist vor allem der gotische Dom weltberühmtes Markenzeichen der Rheinmetropole. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. machte den Weiterbau des Doms, für die Romantiker ein Sinnbild deutscher Einheit und Größe, zur Chefsache. 1880 – 632 Jahre nach der Grundsteinlegung – konnte der Dom endlich geweiht werden. Im Mittelalter als größte Kathedrale des Abendlandes und steinernes Reliquiar über dem Schrein der Heiligen Drei Könige geplant, beeindruckt er mit gewaltigen Dimensionen. Hauptattraktion ist natürlich der goldene Dreikönigsschrein, ein Meisterwerk mittelalterlicher Goldschmiedkunst.

Dennoch, die Begeisterung für den Dom ist in Köln nicht ungeteilt. Dass das ungeheure schwarz-graue Steinmassiv des Doms viel weniger kölnisch sei als die zwölf romanischen Kirchen, fand nicht nur der Schriftsteller Heinrich Böll. Groß St. Martin, St. Maria im Kapitol, St. Pantaleon, St. Gereon und ihre acht Schwestern begründeten den Ruhm der Stadt als Rom des Nordens, den Ruhm des hillije Kölle. Jedes einzelne dieser Gotteshäuser stellt eine architektonische Neuschöpfung dar, und gemeinsam bilden sie ein Musterbuch der mittelalterlichen Kirchenbaukunst. Nicht der Dom, sondern der mächtige Vierungsturm von Groß St. Martin prägte über Jahrhunderte die Silhouette der Kölner Rheinfront.

Hier am Rheinufer lag die Keimzelle Kölns – die Siedlung der Ubier, die im Jahr 50 n. Chr. römisches Stadtrecht erhielt. Immer wieder stößt man bei Bauvorhaben auf das antike Erbe, so zuletzt im Dezember 2007, als bei den Tunnelarbeiten für die Nord-Süd-Stadtbahn Wrackteile eines römischen Lastschiffs entdeckt wurden. Besonders beeindruckend sind die Fundamente des Praetoriums, des römischen Statthalterpalastes, die beim Wiederaufbau nach dem Krieg unter dem heutigen Rathaus freigelegt wurden. Antikes Savoir-vivre veranschaulicht das Dionysos-Mosaik im Römisch-Germanischen Museum.

Museen – Von der Völkerkunde bis zur Schokolade

©iStockphoto.com/Stocksnapper Die Palette der attraktiven Museen in Köln ist bunt: Der Bogen spannt sich von der Kunst über die Völkerkunde bis zu Sport und Schokolade. Die Kunstsammlungen bieten von mittelalterlicher Tafelmalerei über Ostasiatika bis zu Pop Art und Fotografie Exponate aus allen Epochen und Stilrichtungen. Römisch-Germanisches Museum, Wallraf-Richartz-Museum und Museum Ludwig – gleich drei hochkarätige Museen Kölns liegen in unmittelbarer Nähe des Doms. Mit diesen Ausstellungsgebäuden und dem Ostasiatischen Museum präsentiert die Stadt nicht zuletzt auch anspruchsvolle Museumsarchitekturen. Ein weiteres architektonisches Highlight in der Kölner Museumslandschaft bildet seit Herbst 2007 das neue Diözesanmuseum Kolumba von Peter Zumthor.

Kölsch, Kneipen und Köbesse

In Köln wird Kölsch getrunken, und das nahezu ausnahmslos im Szenelokal ebenso wie in der Eckkneipe im Veedel und natürlich im Brauhaus. Besonders lecker schmeckt das helle, obergärige Kölsch direkt vom Fass. Frisch muss es selbstverständlich sein und wird daher im schlanken 0,2-l-Glas, der Stange, serviert. Die rustikal eingerichteten Brauhäuser sind eine kölsche Institution, wo Gäste aller Alters- und Sozialschichten an langen, blank gescheuerten Holztischen gesellig beim frisch gezapften Kölsch zusammensitzen. Der Nachschub kommt meist ungefragt – bis zum Abwinken. Dafür sorgt der blau geschürzte Köbes, mehr uneingeschränkter Herrscher als dienstbarer Geist. Zur Verkostung der verschiedenen Kölschsorten empfiehlt sich eine Brauhaus-Tour durch die Altstadt, die im Früh am Dom beginnt und über Sion und Gaffel-Haus bis zur Malzmühle am Heumarkt führt.

Tipp: Der beste Blick auf das Altstadtpanorama

Das unverwechselbare Panorama Kölns mit dem Dom, den zwölf romanischen Kirchen und dem Ratsturm erschließt sich am besten von der rechten Rheinseite, der Schäl Sick, die man über die Hohenzollernbrücke bequem zu Fuß erreichen kann. Dort öffnen sich von der Besucherplattform auf dem Büroturm KölnTriangle in rund 100 m Höhe grandiose Perspektiven auf Stadt und Umland. Wer das Kölner Altstadtpanorama länger auskosten möchte, sucht sich nun einen Platz mit Aussicht im Biergarten bzw. je nach Jahreszeit im Restaurant Glashaus des Hyatt.

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