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FESTIVAL
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Irlands Garten 

von Axel Pinck

Bild_01 Irland_Wicklow
Quelle: iStockphoto®/ sasar

Es duftet und leuchtet in allen Farben. Das sommerlange Gartenfestival in der Grafschaft Wicklow südlich von Dublin ist Pilgerstätte für Europas Freunde der Gartenkunst. Zwischen Ostern und September öffnen auch ausgewählte Privatgärten ihre Pforten.

Reisegruppen und Besucher kommen aus Irland, aus Großbritannien und aus ganz
Europa in die fruchtbare Landschaft an der Ostküste der „Grünen Insel“. Gartenfreunde aus York, Stuttgart, Kopenhagen oder Toulouse. Grün ist es auch in den Wicklow Mountains südlich von Dublin, doch immer wieder aufgelockert durch eine bunte Blütenpracht. An den Wiesen und Feldern leuchtet üppig blühender, knallgelber Ginster und roter Klatschmohn. In moorigen Niederungen gedeiht violett blühendes Heidekraut. Und dann die Gärten, große, repräsentative Anlagen, gruppiert um frühere Herrenhäuser britischer Adelsfamilien und kleinere, private Gärten, eine wahre Freude für das Auge.

Es ist das besondere Klima, das diese Gartenkunst vor allem hier möglich macht, das sogar Palmen überleben lässt: der warme Golfstrom sorgt mit seiner ausgleichenden Wirkung für milde Winter, ein Übriges tun ausreichende Niederschläge, die geschützte Lage der Täler und angenehm viele sommerliche Sonnenstunden. Hinzu kommt die Tradition der Gartenpflege, eine der angenehmen Hinterlassenschaften Jahrhunderte langer britischer Herrschaft.

DuMont Bildarchiv/ Olaf Meinhardt Die Mitte des 18. Jhs. angelegten „Powerscourt Gardens“ bei Enniskerry präsentieren sich mit ihrem formalen italienischen Garten, einer parkähnlichen Teichlandschaft und einer asiatischen Gartenanlage als harmonisches Ensemble kunstvoll gestalteter Natur. Das Herrenhaus ist, 1974 gerade restauriert, abgebrannt und nun teilweise wieder neu errichtet. „Killruddery House & Gardens“ bei Bray wurde als formaler französischer Garten angelegt, gegliedert von zwei knapp 190 m langen „Mirroirs d’eaux“, rechteckigen Wasserflächen, in deren Oberfläche sich der Himmel spiegelt. Inmitten eines acht Meter hohen, von Durchbrüchen aufgelockerten Buchenrondells plätschert das Wasser von Springbrunnenfontänen. Dazu passt als Kontrast eine sorgfältig gestaltete kleine „Wildnis“.

Ganz anders zum Beispiel „Altamont Gardens“ bei Tullow. Die Baumgruppen, Seerosenteiche, Rasenflächen und vielfarbig blühenden Blumen und Sträucher zeigen sich wie zufällig besonders schön gewachsene Natur und sind doch das gelungene Ergebnis längjähriger gärtnerischer Arbeit, um einen Cottage-Garten zu erschaffen. „Knockrose Garden“ von Tom Farrell und seiner Frau Patricia gehört sicher zu den Pretiosen unter den vielen privaten Gärten, die nur während des Wicklow Garden Festival für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Der klassische „Bauernhofgarten“ mit alten Rosenstöcken liegt in Kilternan nicht weit von Dublin. Gemüsepflanzen und Kräuter für die Küche gehören hier ganz selbstverständlich dazu. Auch die meisten Privatgärten, deren Besitzer nicht selten für einen Gedankenaustausch mit den oft fachkundigen Besuchern zur Verfügung stehen, verlangen übrigens ein Eintrittsgeld von einigen Euro, das überwiegend karitativen Projekten zu Gute kommt.

Als Höhepunkt der irischen Gartenkunst gilt vielen die rund acht Hektar große romantische Parklandschaft von „Mount Usher“ bei Ashford. Rund 5000 unterschiedliche Pflanzen werden von Chefgärtner Sean Heffernan und seinen Kollegen jedes Jahr wieder zu einer faszinierenden Folge von Farben und Formen komponiert. Zu den besonderen Erlebnissen für Gartenfreunde gehört ein Spaziergang entlang dem „Tree Trail“, den japanischen Eichen, Eukalyptus, Tulpenbäume, Zedern, Ahorn und viele Dutzend weiterer Baumarten aus allen Regionen der Welt säumen.

Fakten

Alle Gartenadressen und Beschreibungen des Festspielprogramms
unter: www.visitwicklow.ie/gardens.
Broschüren sind in den Touristenbüros der Counties kostenlos zu erhalten.

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