Denkt man an Kunst in Kalifornien, kommt einem zunächst Hollywood als das Zentrum der amerikanischen Filmindustrie in den Sinn. Doch abseits von Glitzer und Glamour hat sich vor allem in San Francisco, Los Angeles und San Diego eine Kunstszene etabliert, die der gefeierten Kulturmetropole New York langsam, aber sicher den Rang abläuft.
Besonders kreativ sind die Künstler in San Francisco, der Stadt, die schon immer deutlich anders als der Rest Amerikas war. Als Treffpunkte fungieren etwa 200 über die ganze Stadt verteilte Coffee houses, durch die berühmtesten – unter anderem das “Café Trieste”, in dem Francis Ford Coppola oft saß und an seiner “Godfather”-Trilogie schrieb – führt eine Tour.
Dass sich Wissenschaft und Kunst keinesfalls ausschließen müssen, zeigt die “California Academy of Sciences” am Golden Gate Park, eine Akademie der Wissenschaften, die zusätzlich ein Museum für Naturgeschichte, einen künstlichen Regenwald, ein Planetarium und ein Aquarium unter ihrem Dach vereint. Ein weiteres Mekka für Kunstbeflissene ist das “San Francisco Museum of Modern Art”, das sich äußerlich schlicht präsentiert und innerlich mit großen Werken der Kunst des 20. Jahrhunderts gefüllt ist.
Ein gewaltiges Kunstprojekt hat sich Los Angeles vorgenommen: Ab Oktober bis April 2012 wird quasi die ganze Stadt zur Kunstbühne. “Pacific Standard time: Art in L.A. 1945 – 1980” heißt das Unterfangen, das in mehr als 80 Museen und 70 Galerien die Entstehung der Kunstszene von Los Angeles aufzeigt. Dazu gehören bildende Kunst, Architektur, Design, Fotografie, Film, Performance Art und die Kunst der Einwanderer, allen voran mexikanische Chicano Art.
Am Abend stünde beim kulturinteressierten L.A.-Besucher ein Theaterbesuch oder ein Konzert auf dem Programm. Die “Center Theatre Group” beinhaltet drei Aufführungsorte (Ahmanson Theatre, Mark Taper Forum und Kirk Douglas Theatre) und zeigt neue Stücke und klassische Broadway-Lieblinge. Berühmt sowohl für gute Akustik als auch für futuristisches Design ist die “Walt Disney Concert Hall”, die die Form eines großen Segelschiffes hat und über 2.500 Besuchern Platz bietet – klassische Konzerte in XXL!
Etwas kleiner, aber nicht minder interessant ist die Kunstszene in San Diego. Deren Zentrum bildet der Balboa Park in Downtown San Diego, der sich über 4,9 km² erstreckt und eine Vielzahl von Theatern, Museen und den berühmten San Diego Zoo beherbergt. Im “San Diego Museum of Art” liegt der Schwerpunkt der Gemäldesammlung auf der amerikanischen und der spanischen Malerei, es sind aber auch klassische und moderne Werke von Peter Paul Rubens, Frans Hals, Salvador Dalí, René Magritte und Henri Matisse zu bewundern.
Wer sich mehr für das Leben der Künstler interessiert, der kann einen Abstecher in Carmel-by-the-Sea machen. Dieser Ort, in dem Clint Eastwood von 1986 bis 1988 Bürgermeister war, ist eine ehemalige Künstlerkolonie und überrascht den Besucher mit vielen künstlerischen Details im Straßenbild.
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