Ecuador, welch Juwel der Natur! Das weltweit höchste Land auf dem Äquator, ist zugleich eines der artenreichsten unseres Planeten. Hier quert die Mittellinie des Tropengürtels gleichsam die heiße Pazifikküste, die vereisten Gletscher der Anden und den tropischen Regenwald. Nur bei derart gewaltige Höhenunterschieden und zahllosen Mikroklimata auf engstem Raum kann sich solch sensationelle Vielfalt in Flora und Fauna entwickeln.
Dabei kocht es seit Jahrmillionen unaufhörlich unter dem kleinen Land im Westen Südamerikas. Die schon 1802 von Alexander von Humboldt bereiste “Straße der Vulkane” wird von Feuer speienden Bergen gesäumt, von denen noch heute neun aktiv sind. Gerade nachts beeindrucken die spektakulären Vulkanausbrüche des 5000 Meter hohen Tungurahua bei Baños in den zentralen Anden. Die Fünf- und Sechstausender der ecuadorianischen Kordilleren, die Humboldt so faszinierten und zu bahnbrechenden geologischen Erkenntnissen führten, bilden heute die atemberaubende Kulisse und Ziele für Bergwanderer, Bergsteiger und Outdoor Cracks aus aller Welt.
Und wie sie schon der berühmte Wissenschaftler aus Berlin zu genießen wusste, liegen in den indianisch geprägten Anden traumhafte kolonialspanische Haciendas aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der in Ecuador verehrte Baron von Schloss Tegel wusste auch in den Städten von Quito und Cuenca zu leben und zu lieben. Deren kolonialen Zentren sind längst Weltkulturerbe der Unesco, anmutige Hinterlassenschaften der spanischen Konquista.
Die größte Artenvielfalt findet sich hingegen nicht in den extremen Höhen, wo der große Kondor über die Weiten der Páramo-Landschaft gleitet. Die Biodiversität von Weltruhm liegt in den subtropischen Berg- und Nebelwäldern, ein Paradies für Vogelbeobachter und Botaniker in warmen Mittelgebirgslagen zwischen 1000 und 2000 Metern. Ob im Norden im Schutzwald von Mindo-Nambillo oder in dem kaum berührten Nationalpark von Podocarpus im Süden des Landes – Ecuador beweist sich hier als artenreichstes Land der Welt.
Östlich der Anden beginnt der amazonische Regenwald. In seinen noch unberührten Teilen leben mehrere Völker von Indianern in mystischen Wald- und Wasserlandschaften, im Einklang mit der Natur, zwischen Tapiren, Kaimanen, Affen und Schetterlingen. Ihre Gemeinden und ihr Lebensraum sind zu bereisen mit spartanischen bis exklusiven Quartieren in heimeligen Regenwald Lodges, mit dem Kanu oder auf einer Flusskreuzfahrt.
Auf der Westseite der Anden erstrecken sich hinter dem landwirtschaftlichen Küstengürtel 2000 Kilometer Pazifikstrände. Darunter unendlich lange Gestaden und romantische Buchten zwischen den typischen Sandsteinfelsen der ecuadorianischen “Costa”. Teilen sich laute Möwen und prächtige Fregattvögel den Luftraum, so tummeln sich vor der Küste der Provinz Manabí von Juni bis September mehrere hundert Buckelwale. Sie ziehen mit dem kalten Humboldt-Strom aus den eisigen Gewässern des antarktischen Winters zur Paarung zum Äquator – ein einmaliges Spektakel beim Whale Watching.
Dieser nährstoffreiche Strom aus dem kalten Süden zweigt auf dem Äquator nach Westen ab. Nach bald 1000 Kilometern trifft die Meeresströmung schließlich auf die karge Welt der Galápagos-Inseln. Nun vermengt sich der Humboldt-Strom mit dem warmen Panama-Strom und dem Cromwell-Tiefenstrom zu einer ozeanischen Melange, die sowohl Pinguine wie auch Reptilien beherbergt. Prägen immense Fruchtbarkeit und Biodiversität das Festland Ecuadors, so sind es in der “Arche Noah im Pazifik” die lebensfeindlich anmutenden trockenen Eilande und die sensationellen Spezialisten unter den Tieren und Pflanzen.
Hier fand Charles Darwin den Schlüssel zu seiner vor 150 Jahren veröffentlichten revolutionären “Enstehung der Arten”. Im Meer nach Algen grasende Echsen, tauchende Flugunfähige Kormorane und Finken mit Jagdwerkzeugen stehen für einen Überlebenskampf auf den völlig isolierten Vulkaninseln, wo nur die anpassungsstärksten Arten überleben. Hundertjährige Elefantenschildkröten, dramatisch startende Albatrosse, verspielte Seelöwen und grellgelbe Landleguane bewohnen das “Labor der Evolution”. Die Galápagos-Inseln als Weltnaturerbe der Unesco sind gleichsam eines der größten Marinereservate der Erde, für Taucher und Schnorchler einer der besten Plätze aller Meere.
Die Wochenzeitung DIE ZEIT veranstaltet regelmäßig zweiwöchige Reisen auf Humboldts Fährten durch Ecuador. Der Dumont-Autor Peter Korneffel selbst hat die 261-tägige Humboldt-Route anhand von Briefen, Tagebüchern und Veröffentlichung rekonstruiert. Er führt eine kleine Gruppe von Nord nach Süd durch die prächtige Bergwelt der Anden und durch die schönsten Haciendas des Landes, begleitet von Vorträgen und Lesungen an Originalschauplätzen der historischen Humboldtreise. Mehr Informationen >>
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