Keine Stadt ist so oft in Filmen zu sehen wie New York. Über 30 000 Tage verbringen Filmcrews jährlich in der Stadt. Zum „Hollywood des Ostens“ wurde New York schon zur Stummfilmzeit.
New York goes to the movies. Jedes Jahr werden Tausende von Spielfilmen, Fernsehshows, Dokumentarfilmen, Commercials und Musikvideos in der Stadt gedreht. Knapp 30 000 Produktionstage im Jahr listet das Office of Film, Theatre and Broadcasting auf. Die Kaufman Astoria Studios in Queens und die Silvercup Studios auf Long Island machen Hollywood bereits ernsthafte Konkurrenz, selbst einige Stars wie Robert de Niro ziehen ein Appartement im Big Apple einer Villa im sonnigen, aber versmogten Los Angeles vor. Und New York ist in vielen Produktionen nicht nur Kulisse, sondern ein unverzichtbarer Teil des Films. Hätte King Kong an einem anderen Wolkenkratzer als dem Empire State Building oder den Twin Towers emporsteigen, Spiderman woanders seine Turnübungen veranstalten können? Wo hätten sich Harry & Sally treffen sollen, wenn nicht im Village? „Der Teufel trägt Prada“ – in einer anderen Stadt undenkbar. „Gangs of New York“ – wo denn sonst? Der Regisseur Martin Scorsese, der auch „Taxi Driver“ in New York drehte, ist genauso im Big Apple zu Hause wie Woody Allen, der in Filmen wie „Manhattan“ einen ironisch-kritisch-liebevollen Blick auf New York warf. „Wie kann man es jemals leid werden, in New York zu drehen“, fragte schon der legendäre Regisseur Sidney Pollack. Bis in die 1960er-Jahre aber waren die Bestimmungen so streng und die Abneigung der New Yorker gegen Hollywood so groß, dass kaum ein Produzent in der Stadt drehte. New York wurde in den Hollywood-Studios nachgebaut, oder man drehte in anderen Städten. Nicht einmal die berühmte Szene in „The Seven Year Itch“ („Das verflixte siebte Jahr“), in der Marylin Monroe über einem U-Bahn- Schacht ihren Rock wehen lässt, entstand in New York. Zwar drehte man einige Takes
vor über 1500 Schaulustigen auf der Lexington Avenue, dann aber ließ man die
Szene „wegen der besseren Tonqualität“ in einem Hollywoodstudio nach drehen.
MAKING HISTORY
Weniger bekannt ist, dass auch die ersten Filme der Geschichte in New York gedreht und produziert wurden. Lange bevor Hollywood zu einem Begriff in der Filmindustrie wurde, gab es Studios im nördlichen New York und im benachbarten Fort Lee, New Jersey. Am bekanntesten waren die Biograph Studios. Mit Filmen wie „Poor Little Rich Girl“ wurde Mary Pickford zum ersten Star: 1919 gründete sie zusammen mit D. W. Griffith, Charles Chaplin und Douglas Fairbanks die Firma „United Artists“. Die meisten Innenaufnahmen wurden damals in New York gedreht, für Außenaufnahmen ging man schon damals in sonnigere Gefilde. Ab 1915 entstanden fast alle großen Filme in Hollywood – New York aber ging lediglich als „Hollywood East“ in die Geschichte ein.
Museum of the Moving Image
In Fort Lee, New Jersey, stehen noch einige der alten Studiogebäude. Alles über die Geschichte und Bedeutung des Films erfährt man im gerade erweiterten Museum of the Moving Image, 35 Avenue at 37th Street, Astoria, NY, Tel. (718) 784-0077, Di.–Fr. 10.00–15.00 Uhr. www.movingimage.us
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