Cream Tea ist nicht mit Afternoon Tea, High Tea oder Five O’Clock Tea zu verwechseln. Mit seinen vier Komponenten Scones, Erdbeermarmelade, Clotted Cream und einem Pott Tee mag er eher frugal wirken. Doch Scones und dicke Clotted Cream haben es in sich…
Um in den Genuss eines perfekten Cream Teas zu kommen, kann man auch schon um drei oder vier Uhr nachmittags eine gemütliche Teestube, den Tea Room, aufsuchen. Am besten zwängt man sich an einen der höchstens 20 Quadratzentimeter großen Tische neben einem lodernden Kaminfeuer und bestellt den „Cream tea, please!“. Teekanne, zwei Scones, ein Schälchen Erdbeermarmelade und ein weiteres Schälchen mit Clotted Cream werden dann zusammen mit Geschirr, Teetasse und einer Blumenvase auf dem Tischchen arrangiert.
Die Scones sollten zwingend selbst gebacken, also „homemade“ sein, was sie in den Tea Rooms auch meist sind. Das gebietet schon der Nationalstolz. Die Mürbeteigbrötchen enthalten viel Butter, das allein ist ein Geschmacksbooster. Idealerweise sollten sie außen knusprig und innen saftig sein. Nun zur britisch korrekten Reihenfolge des Verzehrs: Zunächst werden die handwarmen Scones am Tisch aufgeschnitten und fingerdick mit der „Clotted Cream“ bestrichen, einer Art dicker Sahne aus Kuhmilchrahm. Dieser Rahm, der bei der Entstehung Klümpchen bildet (daher der Name), hat einen Fettgehalt von mindestens 55 Prozent. Puristen bevorzugen es, wenn die Milch für die Clotted Cream von Kühen aus den Grafschaften Devon oder Cornwall stammt. Auf der Clotted Cream verteilt man anschließend Erdbeermarmelade, selbstredend nur von besten Früchten und selbst gemacht.
Briten schwören auf schwarzen, kräftigen Tee wie Earl Grey zum Cream Tea. Die Teekanne wird mit einer Portion losem Tee gefüllt, wobei ein Teelöffel auf eine Tasse kommt. Zugegeben – in den meisten Tea Rooms stammt der Tee aus Beuteln. Der Zucker wird gern weggelassen, nicht allerdings die fetthaltige, warme Milch. Die Frage, ob zuerst der Tee eingegossen wird oder die Milch, ist Gegenstand eines Disputs zwischen den Anhängern des Prinzips Milk-infirst (Mif) und Tea-in-first (Tif).
Tea-Variante
Der Cream Tea unterscheidet sich vom Five O’Clock Tea, bei dem so ziemlich alles von Welch Rarebit über Räucherlachs und Shrimps bis hin zu bunten Sandwiches mit Gurke und Ei auf den Tisch kommt, zudem süße Kuchen mit kandidierten Früchten.
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