Im Advent erstrahlen viele Städte in besonderem Glanz. Sie schmücken ihre „guten Stuben“ und veranstalten festliche Weihnachtsmärkte und andere „Winterspiele“, um der Bevölkerung wie Besuchern etwas Besonderes zu bieten. Da lohnt es, um sich beim vorweihnachtlichen Bummel auch mal woanders in Europa umzusehen – und den Blick dabei auf andere Ziele zu richten als Kurztrip-Klassiker wie London, Paris oder Wien.
Ein noch wenig bekannter Termin im Vorweihnachtsfeier-Kalender sind die „dunklen Tage von Delft“. Bislang eher durch das Delfter Porzellan und die Maler der Delfter Schule berühmt, veranstaltet die Nachbarstadt von Rotterdam und Den Haag seit einigen Jahren in der Adventszeit ihre „donkere Dagen“, eine Art Weihnachtsfestival. Dabei finden zahlreiche Weihnachtskonzerte (z.B. in der Oude Kerk) statt, bei einem Lichterabend am 13. Dezember wird die Altstadt festlich erleuchtet, und auf dem Beestenmarkt ist bis 9. Januar eine Eisbahn eingerichtet. Schlittschuhe sind vor Ort zu mieten, und fleißige Eisläufer können mit süßem Kakao oder Erbsensuppe und herzhafter niederländischer Wurst wieder zu Kräften kommen. Und damit bei all dem Vergnügen die Kultur nicht zu kurz kommt, sollte man auch etwas Zeit für das Vermeer Centrum Delft einplanen. Denn Leben und Werk des Malers des Lichts lässt sich natürlich auch während der „donkere Dagen“ nachspüren.
Für Modebewusste gehört Kopenhagen schon seit Jahren zu den angesagten Zielen. Dänische Labels haben sich in die Weltspitze designt und weisen auf vielen Laufstegen den Weg. Bei einem Adventstrip in die dänische Hauptstadt lässt sich also nicht nur die besonders gemütliche, „hyggelige“ Weihnachtsatmosphäre erleben,
sondern auch die neuesten Trends erkunden – etwa in den In-Vierteln Nørrebro und Vesterbro oder in der Kopenhagener Shoppingmeile Strøget. Die ist wie jedes Jahr festlich geschmückt – natürlich in den Nationalfarben Rot und Weiß – und viele Geschäfte haben zum „Jule-Shopping“ auch sonntags bis 20 Uhr geöffnet. Außerdem kann man sich überall mit Gløgg, der dänischen Variante des Glühweins, und anderen Leckereien stärken. Wem das zu kommerziell und der Weihnachtsmarkt im Vergnügungspark Tivoli zu turbulent ist, der sollte den „Julemarked“ in der Freistadt Christiania besuchen. In diesem quasi-autonomen Viertel Kopenhagens gehen auch in dieser Hinsicht die Uhren anders, nämlich alternativ.
Kein richtiger Geheimtipp, aber immer wieder einen Adventsbesuch wert ist der traditionsreiche Christkindelsmärik in Straßburg, der älteste in ganz Frankreich.
Jedes Jahr wird auf dem Place Kléber ein riesiger Weihnachtsbaum errichtet, und in der Altstadt gruppieren sich verschiedene Märkte um das gewaltige Münster. Einige davon sie auch einem speziellen Thema gewidmet, etwa regionalen Elsäßer Köstlichkeiten oder dem Kunsthandwerk. Zudem gibt es ein Dorf für Kinder und ein „Weihnachtsfest des Buches“, dem die elsässische Metropole als frühes Zentrum des Buchdrucks in besonderer Weise verbunden ist. Dazu erstrahlen illuminierte Fassaden und Lichtinstallationen, und unzählige Buden bieten alles, was das Weihnachtsherz begehrt. Und wem der Trubel zu viel wird, kann beispielsweise bei einem Abstecher in das erst 2007 eröffnete Tomi-Ungerer-Museum das Werk des Elsässer Kosmopoliten und Zeichners kennenlernen.
Es gibt noch unzählige weitere wunderschöne und lohnenswerte Weihnachtsmärkte und adventliche Veranstaltungen in Europa – falls Sie einen Tipp für einen besonderen Adventsausflug in unsere Nachbarländer haben, können Sie diesen gerne unten im Kommentarfeld weiterempfehlen. Wir sind gespannt!
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