Das Klima in der Kapregion ist für den Weinbau ideal: im Winter mild, im Sommer angenehm bei 25 Grad. Bessere Bedingungen kann Wein kaum haben – deshalb reifen hier beste Tropfen. Rote und weiße Weine der traditionsreichen Güter in Stellenbosch, Paarl, Franschhoek, Constantia und Robertson erreichen Weltklasseniveau.
Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts wurden am Kap die ersten Weinreben gepflanzt. Der Siegeszug des südafrikanischen Weines in deutsche Lebensmittelmärkte – und rund um die Welt – begann aber erst Ende des 20. Jahrhunderts.
Die rund 110 000 Hektar großen Weinbaugebiete Südafrikas liegen allesamt am südlichsten Zipfel des afrikanischen Kontinents. Sie lassen sich in zwei große Hauptregionen einteilen: in das vom Atlantik beeinflusste Küstengebiet und das durch Bergketten von der Küste abgetrennte Inland. Das Klima in der Kapregion ist für den Weinbau ideal. Im Winter herrschen hier normalerweise milde Temperaturen. Es gibt weder Frost noch Hagel, im Herbst regnet es fast nie. Und im Sommer klettert das Thermometer auf angenehme 25 Grad dank des kalten Benguela-Stromes, der von der Antarktis nach Norden an der Westküste Südafrikas entlang bis nach Angola fließt. So sorgen die vorherrschenden Westwinde in dem 50 Kilometer breiten Streifen zwischen der Küste und dem Kapgebirge für ein feuchtes und gemäßigtes Klima – und für zumeist trockene Weiß- und Rotweine. Weiter im Norden und Osten jenseits des Gebirges ist es hingegen heiß und trocken, und die Weinbaugebiete müssen bewässert werden. In den durch Bergketten abgetrennten Gebieten Klein Karoo, Olifantsrivier, Robertson und Worcester gewinnt man deshalb vorwiegend alkoholreiche Dessert-Weine.
Es gibt fünf große Weinregionen, die aus mehreren Distrikten und einer Reihe von Wards bestehen. Viele Districts (wie etwa Overberg) und Wards sind eigenständig, d.h. keiner Region bzw. keinem District zugeordnet. Zur Region Coastal Region – in einem Umkreis von 200 Kilometern um Kapstadt im atlantischen Küstengebiet – zählen die Distrikte Cape Point, Darling, Paarl, Tygerberg, Stellenbosch, Swartland und Tulbagh. Zu Paarl gehört auch das Gebiet Franschhoek („Franzosenecke“), in dem gegen Ende des 17. Jahrhunderts französische Hugenotten das älteste systematisch bewirtschaftete Weinbaugebiet Südafrikas ins Leben riefen. Stellenbosch bildet das Herz des Weinbaus am Kap und weist besonders viele Spitzenweingüter auf, deren Produkte Weltklasseniveau erreicht haben, aber auch Paarl und Franschhoek genießen internationalen Ruf als Weinbauorte. Ein eigenständiger Ward ist Constantia südlich von Kapstadt. Das östlich gelegene Breede River Valley umfasst die Distrikte Breedekloof, Worcester, Robertson und Swellendam. Robertson zählt zu den flächenmäßig größten Weinbaugebieten des Landes, mit über 40 Rebsorten ist hier der Weinbau äußerst vielseitig.
Für den Qualitätsweinbau sind die Regionen Coastal Region und Breed River Valley am bedeutendsten. Mit rund 60 Prozent dominieren die weißen Rebsorten am Kap. Die meistverbreitete Traube ist Chenin Blanc (von der Loire; in Südafrika meist Steen genannt). Rund um Paarl, Stellenbosch und Constantia wird vorwiegend Sauvignon Blanc angebaut. Weitere Weißweine sind Chardonnay, Sémillon, Riesling, Gewürztraminer, Muscat d´Alexandrie und Viognier. Der Rotweinanteil beträgt 40 Prozent der Anbaufläche. Führend sind die internationalen Rebsorten Cabernet Sauvignon (die meistangebaute rote Rebsorte am Kap), Merlot und Shiraz sowie die südafrikanische Traube Pinotage, die 1925 ein südafrikanischer Züchter aus Pinot Noir (aus dem Burgund) und Cinsaut (aus Südfrankreich; in Südafrika früher Hermitage genannt) kreuzte. Weitere nennenswerte Rotweine sind Cinsaut (vor allem für Cuvées), Pinot Noir, Ruby Cabernet sowie als Neuerscheinungen Cabernet Franc und Mourvedré. Darüber hinaus hat das Kapland Schaumweine „à la champenoise“, Portweine, Trockenbeerauslesen und Brandys von nicht minderer Qualität zu bieten. Es lohnt sich, zumindest einen Teil der vielen ausgeschilderten Weinrouten von Stellenbosch, Paarl, Franschhoek oder Constantia abzufahren, und sich nach ausgiebigen Weinproben gegebenenfalls mit südafrikanischem Wein einzudecken. Auf vielen Gütern kann man auch sehr gut speisen und stilvoll übernachten www.wine.co.za, zu Weingütern: www.sa-weine.de).
Cabrière Estate (Franschhoek)
Gegründet wurde das am Ufer des Franschhoek River gelegene Weingut 1694. Heute gehört es Achim von Arnim, einem Spross deutsch-schwedischer Adeliger. Produziert wird vorwiegend Sekt in Flaschengärung. Kellertour samstags um 11.00 Uhr (www.cabriere.co.za).
Stellenzicht Vineyards (Stellenbosch)
Das 1692 gegründete Stellenzicht („Sicht auf Stellenbosch“) zählt zu den besten Weingütern des Landes. Angebaut werden weiße und rote Trauben wie Chenin Blanc, Chardonnay, Cabernet Sauvignon und Shiraz. Weinproben: Mo. – Fr. 9.00 bis 16.00, Sa./So. 10.00 – 16.00 Uhr; www.stellenzicht.co.za
De Wetshof Estate (Robertson)
Seit 1693 gehört das Weingut im Tal des Breede River der Familie De Wet, die heute zu den besten Riesling-Winzern am Kap zählen. Weinproben: Mo. – Fr. 8.30 – 16.30, Sa. 9.30 – 13.00 Uhr; www.dewetshof.co.za
Anzeige