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MEDINA AZAHARA
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Ein Museum gräbt sich ein 

von Lothar Schmidt

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Quelle: DuMont Bildarchiv/ Arthur F. Selbach

Ende 2009 hat bei der Ausgrabungsstelle Medina Azahara ein neues Museum eröffnet. Nach dem Besuch werden einem die Ruinen der Palaststadt viel lebendiger erscheinen.

Nun hat es doch etwas länger gedauert, bis Königin Sofía den Museumskomplex eröffnen konnte. Doch was zählen schon ein paar Jahre, wenn es um die Dimensionen der Geschichte geht. Sede Institucional y Área de Gestión Integral del Conjunto Arqueológico de Madinat al-Zahra ist der lange und komplizierte Titel des neuen Museumskomplexes, der auch Verwaltungssitz der Ausgrabungsstätte Madinat Al-Zahra ist. Mit dem spannenden Bauwerk des Madrider Architektenpaars Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano steigen die Chancen Córdobas, zur Kulturhauptstadt 2016 gewählt zu werden. Nach dem Rückgang der Touristenzahlen in den Krisenjahren 2009/10 eröffnet die Kandidatur eine wichtige ökonomische Perspektive für die einstige Stadt der Kalifen. Endlich, so hofft man, kann sich die Welt dann von den einzigartigen Kulturschätzen der Stadt und des Umlands überzeugen.

UNTERM SAND DER GESCHICHTE

Neben der Moschee-Kathedrale, der Mezquita, sind die Ruinen der Palaststadt Madinat Al-Zahra oder Medina Azahara – es gibt noch weitere gebräuchliche Schreibweisen – die bedeutendsten Monumente der Region. Gewinnspiel zum Bildatlas auf Planet-TV.de Bislang konnte sich der Besucher am Südhang der Sierra Morena, sofern keine Führung gebucht wurde, pädagogisch etwas verlassen fühlen. Er spazierte zwischen Grundmauern, freute sich an der Schönheit einiger Torbögen und konnte sich doch nicht recht vorstellen, wie das Leben in der Palastanlage war, die wie in einem Märchen aus 1001 Nacht in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft worden war. Bekanntlich verschwand der Glanz noch schneller, als er entstanden war. Nach dem Untergang im Jahr 1013 wurden die Ruinen auch durch den realen Sand verdeckt, der im Sommer über die heiße steppenartige Landschaft des Guadalquivir-Beckens weht.

IN DEN KONTEXT GESTELLT

Doch nun ist Besserung in Sicht. Vor oder nach dem Besuch des Ausgrabungsgebiets, das nur etwa 10 Prozent der einstigen Palaststadt ausmacht, vermittelt die Ausstellung im neuen, Ende 2009 eröffneten Museumsbau Hintergründe. Die Ausstellung haben der Direktor der Ausgrabungsstelle Antonio Vallejo und Geschichtsprofessor Manuel Acién konzipiert. Unter den 162 Fundstücken sind ein tierförmiges Behältnis – eine der äußerst raren figürlichen Arbeiten früher muslimischer Kunst – und die Wallada-Kiste, ein reich verziertes Elfenbeinkästchen, das einem nicht näher bekannten Bewohner der Palaststadt gehörte. Weite Teile des Bauwerks liegen heute unter der Erde. Was herausschaut, sucht die Analogie zum historischen Umfeld. Der helle Beton greift nach Ansicht der Architekten die weißen und der oxidierte Stahl die roten Stuckaturen der Medina auf.

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