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Strauss
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Ein ganz besonderer Vogel 

von A.-M. Bernardt, O. Gerhard, R. Knoller

Bild_01 Südafrika_Strauss
Quelle: DuMont Bildarchiv/Arthur F. Selbach

Mit Straußenfedern verdienten Farmer in Südafrikas Karoo-Steppe einst ein Vermögen. Heute dienen die flugunfähigen Vögel in erster Linie als Fleischlieferant. Auch andere Körperteile wie die noppige Haut lassen sich gut vermarkten.

Quelle: DuMont Bildarchiv/Arthur F. Selbach Mitte des 19. Jahrhunderts wären die Strauße beinahe ausgerottet worden. Schuld war die Mode. Feine Damen, und solche, die sich dafür hielten, schmückten sich nur allzu gern mit Straußenfedern am Hut oder mit einer Federboa. So wurden jährlich Hunderttausende der riesigen Laufvögel wegen ihres Gefieders getötet. Jäger postierten sich an Wasserlöchern und schossen mit einem Schrotgewehr auf die Hälse der Strauße – nicht selten erlegten sie mit einem einzigen Schuss zehn Tiere. Dann begannen erste Versuche, Strauße zu zähmen und in Farmen zu halten, nicht nur in Afrika, auch in Europa. Doch nur in Südafrika entwickelte sich die Straußenzucht zu einer Art Industrie. In den Boomjahren vor dem Ersten Weltkrieg verdienten die südafrikanischen Farmer in Südafrikas Karoo-Steppe ein Vermögen mit den Straußenfedern, wovon die Villen der „Federbarone“ in Oudtshoorn zeugen. Über 750 000 Strauße züchtete man damals in der kleinen Karoo. In den 1930er- Jahren allerdings kamen die Federn aus der Mode. Spätestens mit dem Siegeszug des Automobils in gehobenen Kreisen wurden große Hüte mit Straußenfedern unpraktisch und somit unmodern. Südafrikas Zuchtbestände sanken, und die Straußenfarmer sahen sich gezwungen, ihre Tiere anders zu verwerten.

BEGEHRTE NOPPENHAUT

Quelle: DuMont Bildarchiv/Arthur F. Selbach Noch heute siedeln in der Umgebung von Oudtshoorn rund 200 Straußenfarmer, ist die Straußenzucht in der Region ein wichtiger Wirtschaftszweig. Hier soll es die weltweit höchste Anzahl Strauße geben, Schätzungen zufolge 90 Prozent des Weltbestandes. Allerdings sind die goldenen Zeiten der Straußenbarone in Oudtshoorn vorbei, viele Züchter kämpfen heute ums Überleben. Federn werden immer noch in alle Welt versandt, etwa zum Karneval nach Rio de Janeiro. Da Straußenfedern von Natur aus antistatisch und daher hervorragend geeignet sind, schonend und effektiv empfindlichste Gegenstände von Staub zu befreien, werden sie auch in der High-Tech- und Autoindustrie be nutzt. Größere Geschäfte aber macht man heute mit dem Fleisch und der Haut der Laufvögel. Von einem Strauß – im 14. Monat ist er schlachtreif – erhält man rund 35 Kilogramm hochwertiges Fleisch. Begehrt ist auch die Haut mit ihren charakteristischen Noppen, die zu kostspieligen Lederjacken, Gürteln und Taschen verarbeitet wird. Vor allem in puncto Haut ist eine artgerechte Haltung unerlässlich. Denn wäre ein Strauß in einen Käfig eingesperrt, bekäme er eine dünne und fleckige Haut. Am größten flugunfähigen Vogel Südafrikas lässt sich allerdings noch mehr verwerten. Die Eier erreichen einen Durchmesser von bis zu 15 Zentimeter und werden als Souvenirs verkauft; ihr Inhalt entspricht etwa 24 Hühnereiern und ergibt zehn Omelettes. Immer wieder weisen Straußenfarmer darauf hin, dass von einem geschlachteten Strauß kein Abfall übrig bleibt.

STRAUSSENFARMEN

In Oudtshoorn sind mehrere Straußenfarmen ansässig, täglich Programme bieten an:
Highgate Ostrich Show Farm (www.highgate.co.za), Safari Show Farm www.safariostrich.co.za) und Cango Ostrich Farm (www.cangoostrich.co.za) zwischen Oudtshoorn und den Cango Caves.

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