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Türkei
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Die Türkei 

von Hans E. Latzke

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Quelle: ©iStockphoto.com/Petko Danov


Später Nachmittag, die Sonne wirft bereits lange Schatten und die Luft ist schon so mild und weich, wie sie die ganze lange Nacht bleiben wird. Von der Dachterrasse einer Bar in der Karaada Marina von Bodrum blicken wir bei einem Sundowner über den Hafen: Motoryachten, Segelboote liegen dicht an dicht, und die Yachties lassen in Designerjeans die Beine baumeln. Drüben, gleich gegenüber, glänzt die Burg rot im letzten Licht, hier spielt man Wagner dazu …
So edel genießt man in der Türkei seine Abende nur in Bodrum und an wenigen anderen Orten der Ägäisküste. Fährt man von hier ins Landesinnere, wechselt die Landschaft schnell, baumlose, kahle Berghänge tauchen am Horizont auf, deutlich steigt das Relief zum anatolischen Hochplateau an. Dort oben können die Menschen in Tälern und kleinen Hochebenen wenig mehr als Getreide anbauen und Schafherden halten.
Tagsüber ist es dort im Sommer extrem heiß, doch die Nächte werden kühl und die Winter bitterkalt. In den Bauerndörfern mit ihren Holzhütten mag man sich wie im 19. Jh. wähnen. Besucht man solche Dörfer, wird sicherlich die nicht geringe Armut der Menschen auffallen. Doch gerade hier ist die typisch türkische Gastfreundlichkeit, mit der man aufgenommen wird, besonders beeindruckend. Hoş geldiniz, Ich freue mich, Sie zu sehen, so wird man empfangen, und wenn es zum Abschied aufmunternd heißt Güle, güle, Lächle, lächle!, fällt das bestimmt nicht leicht.

Von Istanbul an die türkische Riviera

©iStockphoto.com/Nicky Jacobs Die Türkei ist groß, Deutschland passt mehr als zweimal in das Staatsgebiet. Auf drei Seiten vom Meer umgeben, kommt das Land auf unglaubliche 7200 km Meeresküste. Badetourismus spielt touristisch auf jeden Fall die Hauptrolle. In Deutschland besonders beliebt ist die türkische Riviera an der Südküste bei Antalya. Endloser langer Sandstrand zieht sich dort nach Osten, begleitet von einer Kette an Luxushotels. Da diese Region auch im Winter angenehm frühlingshaftes Wetter bietet, sind hier inzwischen 10 große Golfplätze entstanden. Die Küste nach Westen an der Ägäis ist dagegen geprägt von kleineren und größeren Buchten. Die Strände ähneln denen der griechischen Inseln. Bodrum liegt hier, aber auch Izmir, das alte Smyrna, und Marmaris, der größte Seebadeort der Türkei. An der Nordküste wächst Istanbul, die einstige Hauptstadt des Osmanischen Reichs und des Byzantinischen Kaiserreichs, jedes Jahr um mindestens eine halbe Million Menschen. Das alte Konstantinopel umfasst zwei Kontinente und eine Vielzahl von Kulturen – eine riesige Metropole, die im Zentrum doch dörfliche Gassen und unglaublich romantische und geschichtsgeschwängerte Plätze bietet.

Unter dem Strand die Antike

©iStockphoto.com/Tulay Over Eine große Entdeckung jenseits von Sonne und Pool darf man nicht verpassen. Die antiken Stätten der Türkei zählen zum Besten, was es am Mittelmeer überhaupt zu sehen gibt. Die große Zeit Kleinasiens war schließlich die hellenistisch-römische Antike, die Blütezeit des Römischen Reiches. Untergegangen im Arabersturm und der türkischen Landnahme, sind die Ruinen der alten Städte heute die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Türkei. So reist man denn durch eine doppelte Kulturlandschaft, eine abendländisch-antike unter einer türkisch-modernen, und allzu oft vermischen sie sich sogar, wenn sich die Holzkaten von Bauernweilern zwischen die mächtigen Trümmer einstiger Großstädte schmiegen.

Nichts für Langweiler

Daneben kommen auch sportliche Naturen auf ihre Kosten. Stolz verweist die Türkei auf die beste Wasserqualität im ganzen Mittelmeer und hält ein gewaltiges Wassersportangebot parat: Tauchen, Paragliding, Surfen sind die Stichworte für den Aktivurlaub. Ebenfalls ist für Golf und Rafting eine gute Infrastruktur vorhanden, und für Trekking-Sportler bietet das Gebirge der lykischen Küste sogar noch abenteuerliches Neuland.

Tipp: Die blaue Reise

Ein guter Teil des Tourismus an der türkischen Küste spielt sich auf dem Wasser ab: Segeltörns in der Ägäis – wer träumte nicht davon – werden relativ erschwinglich angeboten. Hier nennt man so etwas mavi yolculuk, die Blaue Reise. Dabei fährt man mit einem türkischen Gulet-Boot, einer Art zweimastiger Ketsch, die in Marmaris oder Bodrum aus Holz gebaut werden. Sie sind ca. 25 m lang, bieten in Zweier- und Viererkabinen Platz für acht bis zwölf Personen, dazu Dusche, Küche und ein breites Deck fürs Sonnenbad. Solche Reise kann man über viele Kataloge buchen, auch in Kombination mit einem Hotelaufenthalt.

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