zurück zu den Reportagen zurück zu den Reportagen
Graubünden
Vielen Dank für Ihre Bewertung

Die Schweiz im Kleinen 

von Johannes Eue

Bild 1_Artikel_Graubuenden
Quelle: DuMont Bildarchiv/ Roland Gerth

Eine Schweiz in der Schweiz findet man in Graubünden – nicht gerade en miniature, schließlich ist der Kanton der größte der Eidgenossenschaft und bedeckt fast ein Sechstel ihrer Fläche. Aber von mediterranen Kastanienwäldern an der Grenze zum Tessin bis zu eisbedeckten Drei- und Viertausendern, vom romantischen Badesse im Flimserwald bis zum wild durch die Viamala schäumenden Vorderrhein, von ursprünglichen Bergdörfern bis zur ältesten Stadt der Schweiz und zum legendären St. Moritz. Und dann erst die Möglichkeiten für Aktivurlauber…

Der Rhein als Begleiter

Folgt man dem Rhein vom Bodensee aufwärts, so stößt man nach nicht einmal 100 km auf die älteste Stadt der Schweiz: Chur, nahe dem Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein gelegen und damit die erste echte Stadt am Rhein, hat sie nicht nur eine reiche Geschichte, sondern auch ein üppiges kulturelles Angebot. Das macht sie, zusammen mit den hervorragenden Verkehrsverbindungen, zum idealen Ausgangspunkt für Ausflüge durch den Kanton.
Quelle: DuMont Reiseverlag/ Roland Gerth Nicht weit von Chur ist Heidi zu Hause, der Inbegriff der Schweizer Bergwelt. Hier wächst auch der erste Wein am Rhein, dessen Rebberge bis an die Stadtmauern von Chur heran reichen. Folgt man dem Vorderrhein aufwärts, führt der Weg am „Grand Canyon der Schweiz“ mit seinen bizarren Felsformationen entlang – oder sogar hindurch, wenn man mit der Bahn fährt.
Auch der Hinterrhein zeigt sich bald von seiner wilden Seite, tobt er doch durch die sagenumwobene, gefürchtete Viamala, der der mehrfach verfilmte Roman von John Knittel zum Ruhm verhalf. Bis ins 19. Jh. mussten sich die Säumer mit ihren Packpferden und die Postkutschen auf diesem im wörtlichen Sinne „schlechten Weg“ gen Süden quälen, um über den Splügen- oder den San-Bernardino-Pass nach Italien zu gelangen. Manches vom früheren Reichtum ist in den Orten entlang der Passrouten noch zu entdecken, so die prächtigen Herrenhäuser in Splügen.

Mit der Bahn über die Alpen

Quelle: DuMont Reiseverlag/ Roland Gerth Aber warum dem mühsamen Weg nach Süden folgen, wenn es mit der Rhätischen Bahn viel bequemer geht? Morgens in Chur in den Zug gestiegen, passiert man mit dem Bernina Express schon bald atemberaubende Viadukte und Tunnel, die der Strecke zum Status des Weltkulturerbes verholfen haben. Jenseits des Albula öffnet sich das weite, sonnige Engadin, das so viele Dichter zum Schwärmen gebracht hat, bevor es über den Berninapass und dann unter Ohren betäubendem Quietschen hinab ins Puschlav und weiter ins Veltlin geht.

Sonniges, weites Hochgebirgstal

Quelle: DuMont Reiseverlag/ Roland Gerth Doch zunächst lockt das Engadin, das der Inn auf den ersten 100 km nach der Quelle durchfließt und dem es seinen Namen verdankt. Kein Wunder, dass sich hier, im sonnigen „Champagnerklima“, im Winter die Prominenz zum Skifahren, zu Poloturnieren und Pferderennen auf dem zugefrorenen See trifft. Im Sommer finden auf den Engadiner Seen Surfer und Kitesailer ihr Eldorado, Bikern und Wanderern bietet sich ein schier unerschöpfliches Wegenetz – und fürs leibliche Wohl sorgen nicht nur etliche hervorragende Restaurants rund um St. Moritz, sondern auch das Bogn Engiadina Scuol mit seinem Römisch-Irischen Bad.

Ursprüngliche Welt des Nationalparks

Einige wenige Wege führen in die ursprüngliche Welt des Schweizerischen Nationalparks, wo die Natur sich selbst überlassen bleibt und wo sich Gämsen, Steinböcke oder Murmeltiere ein Stelldichein geben. Und mit etwas Glück zeigt sich ein über den Gipfeln kreisender Steinadler oder Bartgeier.

Stadt im Hochgebirge

Zwischen Engadin und Rheintal liegt Davos, heute eine kleine Stadt mit ganz eigener, etwas sperriger Architektur. Kaum ein anderer Ort in Graubünden hat sich wohl so oft gewandelt: von der Walsersiedlung zum Lungenkurort und weiter zur Kongress- und Dienstleistungsstadt.
Aber bei genauem Hinschauen sieht man auch die Wurzeln und die Spuren der Vergangenheit: sonnengebrannte Holzhäuser in den kleinen Dörfern außerhalb, kleine Kirchlein mit Schindeldächern, aber auch die Sanatorien mit ihren typischen tiefen Balkonen und Flachdächern, die längst nicht mehr zum Kuren genutzt werden. So ergibt sich ein Gesamtbild, das nicht gefällig ist, aber Charakter zeigt, eingebettet in eine wunderschöne Bergwelt, die die Stadt schon nach ein paar hundert Metern vergessen macht.

Tipp: Gletschertour von der Diavolezza

Morgens schwebt die Gondelbahn hinauf auf die Diavolezza, den Logenplatz gegenüber dem Piz Bernina. Von dort geht es mit Bergführer steil hinab zum Gletscher und dann zwischen tiefen Spalten hindurch über die Gletscherzunge hinab nach Morteratsch – immer die Eis überzogenen Gipfel im Blick. Am Ende der Wanderung lädt die Käserei der Alp Nuova zur Brotzeit mit handgemachtem herzhaftem Bergkäse in uriger Atmosphäre ein.

Anzeige

Weitere Inhalte

mehr Videos

Weitere Videos YouTube Logo

mehr Bilder

Tatü tataaa!Landscape21Sunset @ home (out of Window)Late summer in Plaun la GreinaPlaun la GreinaIm Val da CampVal da CampVal da CampVal da CampVal da Camp: Am Lagh da SaoseoVal da CampVal da Camp
flickr Logo

Reisewetter

Zürich
Donnerstag,
17.05.12
heiter
-3C / 14C
Freitag,
18.05.12
Regen
5C / 15C
Samstag,
19.05.12
heiter
6C / 25C
Ausführliches Reisewetter auf wetter.net Logo