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ÖKOLOGIE
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Die Retter der Inselnatur 

von Lothar Schmidt

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Quelle: ©Clipdealer.com/merten

Auch ohne die engagierten Umweltschützer des GOB wäre Mallorca ein beliebtes Reiseziel. Die schönsten Ecken lägen aber wohl längst unter viel Beton begraben.

Die Grup Balear d’Ornitologia i Defensa de la Naturalesa gründete sich im Jahr 1973. Initialzündung dafür war der Kampf um Sa Dragonera. Dort mussten die Naturliebhaber in den 1970er- und 1980er-Jahren mitansehen, wie das Tourismuswunder Mallorca seinen Tribut forderte. Küsten- und Kulturlandschaften verschwanden ebenso wie Lebensräume für die heimische Tierwelt, während der Müllberg wuchs und das Wasser knapp wurde. Mit den Jahren wurde aus den engagierten Naturfreunden ein professionell arbeitender Umweltverband, der Einfluss auf die Inselpolitik nimmt. Die rund 7000 Mitglieder auf Mallorca und in den Ortsgruppen Menorca, Ibiza und Formentera haben sich die Bewahrung des Naturerbes, den Artenschutz und die Umweltbildung auf die Fahnen geschrieben.

Prominente Unterstützung

Finanziert durch Spendengelder, kämpft der GOB auch gegen den Ausverkauf der Insel, gegen den Verlust bewährter Traditionen. Die zwangsläufig begrenzten Landflächen der Inseln sollen nachhaltig genutzt werden. Der GOB genießt eine breite Unterstützung in der Öffentlichkeit. Zu den Mitgliedern gehören der Künstler Miguel Barceló und die Sängerin Maria del Mar Bonet. Auch der auf Mallorca rührige Peter Maffay ist auf der Seite des GOB. Auf den Sänger, überzeugten Ökobauern und Sozialaktivisten lässt der Pressesprecher des Umweltverbandes, Gerald Hau, nichts kommen: Was Maffay mache, habe alles Hand und Fuß, sagt der Diplom-Geologe.

Von manchen anderen aus Funk und Fernsehen bekannten Deutschen, die sich gerne auf Mallorca aufhalten oder hier einen Wohnsitz haben, hält der gebürtige Schwarzwälder eher wenig. In deren Gesellschaft pflege man seine soziale Ader allenfalls bei einem Charity-Golf-Match auszuleben, meint er. Die Arbeit eines Umweltverbandes, der sich wie aktuell in Son Bosc erfolgreich gegen neue Golfplätze wehrt, passt da nicht ins Bild.

Reiseanbieter denken ökologischer

Es ist gar nicht so einfach, eine nachhaltige Entwicklung der Balearischen Inseln zu erreichen. Schließlich müssen ökonomische und ökologische Interessen unter einen Hut passen. Das Thema Massentourismus ist dabei am wenigsten brisant. Denn mittlerweile ist es den Reiseanbietern selbst wichtig, dass die Hotels ökologische Standards erfüllen, dass Mallorca auch dank seiner Natur attraktiv bleibt.

Großprojekte wie neue Autobahnen, das verhinderte Vergnügungszentrum im Feuchtgebiet Ses Fontanelles bei S’Arenal oder eine Wohnsiedlung beim Kloster Lluc stellen die größte Gefahr für die Insel dar. „Es ist einfach zuviel Geld da“, sagt Hau, „und das will investiert werden.“ Dass es sich dabei häufig um Schwarzgeld aus illegalen internationalen Geschäften handelt, daran hat er keinen Zweifel. Arbeitslos wird der Naturschützer auf der Insel also kaum werden: Auch wenn sich ökologisch viel getan hat, der GOB bleibt für die Insel eine Art Lebensversicherung.

ADRESSE UND INTERNET

Grup Balear d’Ornitologia i Defensa
de la Naturalesa (GOB)
Manuel Sanchís Guarner, 10 baixos,
E-07004 Palma de Mallorca,
Tel. 971 49 60 60.
www.gobmallorca.com (Auf der Webseite des Verbands findet sich auch eine informative deutschsprachige Broschüre.)

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