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Himba
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Die letzten ihres Volkes 

von Fabian von Poser

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Quelle: DuMont Bildarchiv/ Tom Schulze

Die Himba sind die letzten Nomaden Namibias. Seit Hunderten von Jahren leben sie als Viehzüchter und Hirten im Norden des Landes nach ihren alten Traditionen. Doch durch die vorrückende Zivilisation gerät ihr Lebensraum zunehmend in Gefahr.

Der Dorfälteste der kleinen Ansammlung von Hütten zieht an seiner Pfeife, als atme er frische Bergluft ein. In dichten Rauchschwaden steigt der Tabakdunst zum Himmel. Der Alte ist ein Mann von niedriger Statur, nur bekleidet mit einem Lendenschurz aus Ziegenleder. “Früher war alles anders”, sagt er. “Wir müssen erst lernen, uns auf die neue Welt einzustellen.” Dann nimmt er seine Pfeife und verschwindet wieder so leise, wie er gekommen ist.

Eine bedrohte Kultur

Wir sind hier, um der gefährdeten Kultur der Himba nachzuspüren. Fast drei Tage lang fuhren wir durch versteinerte Wüstenlandschaften. Wir durchquerten trockene Flussbetten und unwegsam scheinende Pässe, bis wir zwischen Akazienbäumen am Trockenfluss Hoarusib standen. Purros heißt dieser letzte Außenposten der Zivilisation, der hinterste Zipfel Namibias, bevor der Grenzfluss Kunene die Region in zwei teilt: in eine arme in Namibia und eine noch ärmere in Angola.

Purros ist ein verlassener Ort. Straßen aus gepresstem Staub, Hütten aus gepresstem Staub, Felder aus Staub. Der Volksstamm der Rinder züchtenden Himba wanderte vermutlich im 16. Jahrhundert mit anderen Gruppen des Herero-Volkes von Nordosten kommend nach Namibia ein. Auf etwa 8200 wird heute die Zahl derer geschätzt, die in traditioneller Lebensweise ihr angestammtes Lebensgebiet bewohnen. Insgesamt 52 Dorfgemeinschaften pflegen im Norden Namibias noch ihre alten Rituale. Sie bilden eine geschlossene Gemeinschaft der Rinder- und Ziegenhirten, die teilweise wochen- oder sogar monatelang durch die karge Landschaft Namibias zieht, um geeignete Weideplätze für ihre Tiere zu finden.

In den vergangenen drei Jahrzehnten haben die Himba viele Katastrophen und Schicksalsschläge erlebt. Dürre und der Krieg zwischen der südafrikanischen Mandats- macht und den damaligen SWAPO-Rebellen plagten den Volksstamm in den 1980er-Jahren. Dann folgte der Befreiungskrieg. Viele Himba schlossen sich als Fährtenleser und Kundschafter der südafrikanischen Armee an und kämpften gegen eine SWAPO-Guerilla, die die Unabhängigkeit Namibias forderte und am Ende gegen die südafrikanischen Besatzer siegte.

Mit der Unabhängigkeit 1990 kehrte zwar wieder Ruhe in Namibia ein. Doch die Himba waren fortan isoliert, weil sie sich auf die Seite Südafrikas gestellt hatten. Bis heute kümmert sich die SWAPO-Regierung in Windhoek kaum um die Belange der Himba, die heute zwar wählen gehen, ihre Kinder zur Schule schicken und ihren Wohlstand durchaus auch in Geld bemessen. Traditionsverlust und Wertewandel brachten aber auch negative Folgen mit sich: Alkoholmissbrauch und AIDS gehören zu den größten Problemen der Himba. Zudem drohte mit dem Bau des Epupa-Staudamms nicht nur wertvolles Weideland verloren zu gehen – auch die heiligen Gräber der Ahnen waren in Gefahr. Erst als sich internationale Organisationen für die Himba einsetzten, wurde das Projekt gestoppt.

Freilichtmuseum mit Himba?

Einige Reiseveranstalter schlossen Verträge mit den Stammesführern und karren nun regelmäßig Busladungen von Touristen in die Dörfer. Auch hier in Purros dauert es nicht lange, bis auf unsere Touristengruppe die nächste folgt: ein Dutzend Männer und Frauen in Khaki, die Digitalkameras im Anschlag wie bei der Safari. Fotografiert werden hier aber nicht Zebras und Antilopen, sondern barbusige Frauen in knappen Lendenschurzen und halbnackte Männer. Für einige der Himba mag das Geld der Touristen ein Segen sein, der ihnen ein besseres Leben beschert. Aber damit ihre Kultur noch lange Bestand hat, dürfte sie nicht nur im “Freilichtmuseum mit Himba” ausgestellt werden, sondern: gelebt.

Respektvoll reisen

Ins Himbagebiet sollte man aus Respekt vor der Kultur nicht auf eigene Faust, sondern nur mit einem einheimischen und nachhaltig arbeitenden Veranstalter reisen, der die Riten und Gebräuche kennt. Empfehlenswerte Touren zu den Himba haben zum Beispiel Namibia Tracks and Trails, Ondjamba Safaris und Sunbird Tours im Programm.

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