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Korsika
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Die Insel der Schönheit 

von Sandra Olschewski

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Quelle: ©iStockphoto.com/Guillaume Dubé

Manche Inseln berühren das Herz, Korsika berührt die Seele. Auch diejenigen, die schon viele Orte der Welt gesehen haben, empfinden die Insel als einzigartig und sie zieht einen immer wieder in ihren Bann. Ile de Beauté, Insel der Schönheit, wird Korsika in Frankreich genannt, und sie ist wirklich die schönste Insel im Mittelmeer, eine von der Natur begünstigte Welt im Kleinen von schier unbegrenzter Vielfalt.

Das Flugzeug hat kaum die Alpen überwunden, da senkt sich die Spitze und der Landeanflug beginnt. Aus dem Dunst über dem Meer tauchen Gipfel auf, schroffe Felskämme fangen das Licht ein, lange Grate, die aus blauen und dunkelgrünen Tiefen in die Höhe streben. Erst wenn man schon so niedrig fliegt, dass man fast das Schwappen der Wellen zu hören meint, sieht man die Insel mit ihren Städtchen, Dörfern, Feldern, winzig vor dem Panorama der Berge.

©iStockphoto.com/Peter Neuber Die drittgrößte Mittelmeerinsel steht für Ursprünglichkeit und Vielfalt. Urwüchsige Natur, korsische Gastfreundschaft in familiärer Atmosphäre ohne Betonbettenburgen und vielfältige Möglichkeiten, die Insel als Individual- oder Pauschaltourist zu erkunden, machen Korsika so besonders. Über 1000 km Küste, davon 300 km Strand, locken zum Badeurlaub.

Im Norden der Insel treffen ganz verschiedene Welten aufeinander. Das pulsierende Bastia mit seinem italienischen Charme ist das Tor zum Cap Corse im Norden, das wie ein Zeigefinger aus einer Faust ragt und in Miniatur noch einmal fast die ganze Vielfalt der Insel widerspiegelt: mit sanfterer Ostküste, einem über 1300 m hohen Bergrücken bei nur 15 km Breite und atemberaubender Steilküste im Westen.

Im Westen ist Korsika wild zerklüftet, mit tiefen Golfs und bizarren Felsformationen aus vielerlei Gestein, die jäh ins Meer stürzen und ahnen lassen, wie sie sich unter Wasser fortsetzen. An den markanten Punkten stehen Wachtürme als Zeitzeugen der genuesischen Besetzung. Die Ostküste ist ein Paradies für Kinder durch seine langsam abfallenden endlosen Sandstrände. Weiter südlich findet man Strände von fast tropischer Schönheit. Sichelförmige Buchten mit feinem weißem Sand, Dünen und schattigen Pinien mit kristallklarem Wasser, laden zum Baden ein.

Gebirge im Meer

Das Herz der Insel ist gebirgig. Fünf¬zehn Gipfel von über 2500 m thronen über bewaldeten Höhen und Wiesen und tragen bis in den Juni Schnee. Wer sie besteigt und morgens früh genug oben ist, bevor sie sich in der Mittagshitze umwölken, sieht auf allen Seiten über harmonisch abgestufte Felskulissen, Schluchten und Wälder bis zum Meer, das weit unten funkelt und glitzert. In den Bergen entspringen zahllose Flüsschen, die sich auch im Hochsommer durch Gewitter wieder füllen und unablässig zu Tal winden. Die ideale Abkühlung nach einer anstrengenden Wanderung. Wagemutige können während des Canyonings beim Sprung aus großer Höhe in die wassergefüllten Gumpen den Adrenalinkick spüren.

Korsisches Stadtleben

©iStockphoto.com/Peter Neuber War das Leben in früheren Jahrhunderten auf das Binnenland konzentriert, weil von See Feinde drohten, so lebt die Bevölkerung jetzt überwiegend an der Küste. Zwei große Ballungszentren mit über 50 000 Einwohnern, um Ajaccio, die Verwaltungshauptstadt mit französischem Flair, und Bastia, die Wirtschaftszentrale mit italienischem Anstrich, laden zum Bummeln, zum Besichtigen und zu Abendvergnügungen ein. Malerische Zitadellenstädtchen entfalten einen eigenen Charme, auch sie stets in bezaubernder Lage, mit einladenden Hafenpromenaden, hübschen Plätzen und kleinen Gässchen – voller Geschäfte und lebendi¬gem Treiben. Die Strenge des traditionellen Korsika lässt sich allenfalls in den beiden Städtchen des Binnenlandes, Sartène und Corte, und in den Dörfern ahnen, deren hohe Häuser mit geschlossenen Läden vielfach Jahrhunderte alt sind. Zum Teil noch von terrassierten Feldern umgeben, liegen sie abgeschieden auf Bergspornen und Höhen und zeugen von der Mühsal des Lebens von einst, von Christentum, langer Unterdrückung, Freiheitskampf und Entvölkerung.

Tipp: Bootstour zu den Grotten von Bonifacio

Die Stadt Bonifacio thront auf den hohen Kreidefelsen der Südspitze Korsikas. Eine tausendjährige Festung auf einer schmalen Landspitze über dem Meer. Zu ihren Füßen ein natürlicher Hafen mit türkisblauem Wasser, vom dem die Bootstour zu den Grotten startet. Ein modernes Boot bringt die Touristen aus dem Fjord Richtung Grotten, deren Zugang zum Teil nicht viel größer als das Schiff ist. Überall hängen Stalaktiten am Kalkgestein. In der Sdragonato-Grotte spiegelt die offene Decke die Umrisse Korsikas wieder. Weiter geht es Richtung Süden, der Anblick der Stadt und ihrer Häuser, die gefährlich über dem Abgrund im südöstlichen Teil der Oberstadt hängen, ist beeindruckend. Unwillkürlich fragt man sich, wie lange die Häuser dort noch Bestand haben. Auf dem Rückweg zum Hafen verblüfft die Grotte de Napoléon, die dem Hut Napoléon sehr ähnlich ist. Die Grottenfahrt – ein unvergessliches Erlebnis, an das man sich gerne erinnert!

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