Es ist ein lange gehegter Kindheitstraum: Wie fühlt es sich an, hinter den riesigen Ohren eines Elefanten zu sitzen, ihren Rhythmus aufzunehmen und nach einem abenteuerlichen Ausritt durch den Dschungel gemeinsam mit ihm in das klare, kühle Wasser eines Bergbachs einzutauchen? Im Gegensatz zu den afrikanischen Elefanten, die durch die Weite der Savanne streifen, werden ihre asiatischen Brüder bereits seit Jahrhunderten als hoch geschätzte Begleiter bei Zeremonien in indischen Tempeln ebenso wie in thailändischen Teakwäldern eingesetzt. In den Wäldern im Norden Thailands finden wir sogar gezähmte Dickhäuter, die es zulassen, dass sich ihnen Besucher aus dem Westen nähern.
Die dichten Wälder sind die Heimat der Elefanten, die auch in der Kultur des Landes als göttliche Wesen und Symbol der Monarchie einen hohen Stellenwert genießen. Der in Thailand verehrte Hindugott Indra reitet auf einem weißen Elefanten, und der Elefantengott Ganesha ist überall präsent. Mit viel Glück ist es möglich, wilde Elefantenherden in freier Wildbahn zu sehen – am ehesten im Khao Yai National Park. Tausende von Arbeitselefanten, die seit Jahrhunderten von Spezialisten trainiert werden, waren bis zu Beginn der 1980er Jahre in den Holzfällercamps tätig. Nach dem Stopp des Holzeinschlags finden sie nun ein Auskommen in Elefantencamps, wo sie zum Vergnügen der Touristen ihre Künste präsentieren oder für Ausritte zur Verfügung stehen. Diese gibt es vor allem im Norden, aber auch in der Nähe von Kanchanaburi, Khao Lak, auf Ko Chang, Ko Samui, in Pattaya, Pai und Phuket.
Wer einen Ausflug inklusive Elefantenreiten bucht, kann sich darauf beschränken eine kurze Runde um das Camp zu drehen. Manchen genügt bereits ein 5-Minuten-Ritt auf den hohen Tieren und das Beweisfoto, andere reiten gut angeschnallt in einem Elefantensattel hinter dem Mahout sitzend durch die waldbedeckten Berge. Wer eine individuelle Tour machen möchte, kann eine längere Tour buchen oder einen Mahout-Kurs belegen. Dabei lernt man die Tiere zu satteln und ihnen Befehle zu erteilen. Die Kurse werden in verschiedenen Camps im Norden angeboten und eignen sich auch für Kinder ab dem Schulalter.
Auch die Bandbreite weiterer Aktivitäten lässt kaum Wünsche offen. Atemberaubende Aussichtspunkte, tiefe Höhlen und romantische Wasserfälle in den Bergen, Wäldern und Nationalparks sind attraktive Ziele für Trekker, Fahrrad- und Motorradfahrer. Wer den Adrenalin-Kick sucht, gleitet an Stahlseile gekettet über dschungelbedeckte Täler oder springt beim Bungee-Jumping in die Tiefe. Wer hingegen Ruhe sucht, kann sich zum Meditieren in ein Kloster zurückziehen. In Schulen wird Yoga und Reiki, Thai-Kochen, Thai-Massage und Thai-Boxen unterrichtet. Auf Bergflüssen werden Raftingtouren angeboten, und Mangrovenwälder können mit Kayaks erkundet werden. Tauchen macht süchtig, und das vielfältige Angebot der Veranstalter stellt Anfänger wie Profis zufrieden.
Badeorte an kilometerlangen Stränden mit komfortablen Spa-Resorts sowie kleine Buchten mit naturnahen, einfachen Bungalowanlagen versprechen Erholung pur bei jedem Budget. Zudem fasziniert eine fremde Kultur mit goldglänzenden buddhistischen Tempelanlagen, frisch zubereiteten, geschmackvollen Thai-Gerichten und vielfältigem Kunsthandwerk. In entspannter Atmosphäre macht es Spass in klimatisierten Konsumpalästen ebenso wie auf lebhaften Märkten das vielfältige, preisgünstige Angebot zu begutachten. Shopping wird groß geschrieben, und viele kehren aus Thailand mit einem extra Koffer zurück.
Wer mobil ist, entdeckt immer neue, überaus lohnende Ziele zwischen der malaiischen Inselwelt im Süden und der abgelegenen Bergwelt im Norden. Ein Thailand-Atlas listet in seinem Index fast 400 Wasserfälle, 150 Höhlen und 200 Naturschutzgebiete, ganz abgesehen von unzähligen Inseln, Stränden, Tempeln und anderen Attraktionen. Es gibt also viel zu entdecken.
Die beste Einführung bietet das Thai Elephant Conservation Center bei Lampang, www.thailandelephant.org, dem auch ein Krankenhaus und eine Forschungsstation angeschlossen ist. Von den vielen Camps, die kurze und längere Ausritte anbieten, kann das Chiang Dao Elephant Training Center nördlich von Chiang Mai, Tel. 053-298 553, auf die längsten Erfahrungen zurückblicken.
Wer sich mit den Tieren in ihrem natürlichen Umfeld beschäftigen möchte und auf einen Ausritt verzichten kann, ist im Elephant Nature Park, www.elephantnaturepark.org, richtig. Wer nicht nur ausreiten sondern möglichst viel über Elefanten in Erfahrung bringen möchte, absolviert am besten eine Mahout-Ausbildung bei Elephant Special Tours im Mae Wang-Tal am Doi Inthanon, www.elephant-tours.de – eine unbeschreibliche Erfahrung.
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