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Oslo
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Die grünste Hauptstadt Europas 

von Michael Möbius

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Quelle: ©iStockphoto.com/Nils Alexander Tovsen

Im geografischen Zentrum rauschen die Wälder, vor dem Rathaus öffnet sich der Fjord, und der Badespaß beginnt mitten in der Stadt. Dem einzigartigen Mix aus unberührter Natur und pulsierendem Großstadtleben verdankt die norwegische Kapitale ihr spezielles Flair, dem sich kaum ein Besucher entziehen kann. Uuschluu, wie der Osloer sagt, ist nicht nur die grünste Metropole Europas, sondern auch eine Stadt zum Verlieben, eine Stadt für Romantiker und eine lebendige Kulturmetropole mit Trendlokalen, Jazzkellern und einem internationalen Gastro-Angebot.

Die Karl Johans gate

©iStockphoto.com/Hedda »Via Veneto des Nordens« – so wird die Karl Johans gate auch genannt, früher wie heute die Schlagader Oslos. Der 1814 auf Geheiß des schwedischen Oberherrn Karl Johan angelegte Prachtboulevard führt in gerader, knapp 2 km langer Linie vom Hauptbahnhof zum Schloss. Majestätisch also ihr Name und majestätisch auch das Gepräge dieser an edlen Shopping-Adressen und Luxushotels reichen Flaniermeile, der einige der prestigeträchtigsten Bauwerke der Stadt Ausdruck verleihen. Hier sollte Ihre Bekanntschaft mit Oslo beginnen, und was wäre stilechter als ein erstes Dating im Gran Café des Gran Hotel. In den Räumen dieser illustren Institution pflegten alle Größen des norwegischen Kunstschaffens ihren Kaffee zu trinken. Auch heute noch gilt hier das Motto: sehen und gesehen werden. Sehen kann man hier unter anderem die Abgeordneten des direkt gegenüberliegenden Storting, des Norwegischen Parlaments, dessen unscheinbare Backsteinfassade typisch ist für ein Land, das selbst auf Regierungsebene ganz ohne Protz auskommt. Die großen Highlights der Stadt liegen nur einen Steinwurf entfernt – das Historische Museum, wo vor allem Schätze aus der Wikingerzeit zu bewundern sind, die Domkirche mit ihrem monumentalen Deckengemälde und das Empire-Schloss, wo sich pünktlich um 13.30 Uhr die Touristen einfinden, um die Ablösung der Palastwachen zu fotografieren.

An der Pipervika

Nach der Karl Johan sollte man sich der ›Schokoladenseite‹ Oslos annehmen, der als Pipervika bekannten Front zum Oslofjord. Sie wird von zwei Polen geprägt: Auf der einen Seite erhebt sich, stellvertretend für das Alte, das Akershus, die Festung aus dem 13./14. Jh., während gegenüber, und von den Festungswällen aus perfekt im Bild, die schimmernden Glastürme der Aker Brygge das moderne Oslo repräsentieren. Mit seinen schwimmenden Kai-Cafés und den durchgestylten Restaurants, Designerclubs und coolen Bars entwickelte sich dieses im Stil der Londoner Docklands renovierte Werftgelände zum Treffpunkt der wohlsituierten Bewohner. Aber auch Besucher zieht es in hellen Sommernächten hierher, wenn Rot- und Goldlicht auf dem Fjord liegen und eine milde Brise die Takelagen der herausgeputzten Veteranenboote zum Singen bringt.

Die Bygdøy: Badespaß und Kultur eng beieinander

Dass in Oslo der Badespaß mitten in der Stadt beginnt, wurde bereits gesagt. Konkret beginnt er wenige Fährminuten vom Anleger an der Pipervika entfernt auf der Halbinsel Bygdøy. Schon ihr zweiter Name ›Museumsinsel‹ verrät, dass das wald- und wiesenreiche Badeparadies noch mehr zu bieten hat als Strände. So findet sich hier mit dem Norske Folkemuseum die bedeutendste Dokumentation norwegischen Volkstums. Dem Thema Seefahrt sind gleich drei Museen gewidmet: die Wikinger-Schiffshalle, das Fram- und Kon-Tiki-Museum, wo die Pioniertaten von Nansen, Amundsen und Heyerdal gewürdigt werden, sowie das Seefahrtsmuseum.

Kunst in Oslo

©iStockphoto.com/Einbo Die mit Abstand meistbesuchte Attraktion der norwegischen Hauptstadt ist aber das Werk eines bestimmten Künstlers – des Bildhauers Gustav Vigeland (1869–1943). Gemeint ist die etwas westlich vom Stadtzentrum im Frogner Park gelegene Vigeland-Anlage, wo sich rund 150 Skulpturen mit etwa 650 Figuren auf einer 850 m langen Achse aneinanderreihen. Zu einer Begegnung mit Norwegens berühmtestem Maler lädt das Munch-Museum im Osten von Oslo ein. Edvard Munch (1863–1944) gilt als einer der Wegbereiter des Expressionismus, wie man an der umfangreichen Sammlung unschwer nachvollziehen kann. Das Museum, das über 18000 Grafiken, 4500 Zeichnungen und 1100 Gemälde des Meisters sein eigen nennt, geriet 2004 in die Schlagzeilen, als Munchs berühmtestes Bild, „Der Schrei“von zwei bewaffneten Männern gestohlen wurde. Im August 2006 wurden die beiden Bilder glücklicherweise von der Polizei sichergestellt, doch wird es aufgrund von Restaurationsarbeiten noch eine Zeitlang dauern, bis die Kunstwerke wieder im Museum ausgestellt werden. Ein Glück, dass die Nationalgalerie (nahe Universität/Historisches Museum) eine weitere Version dieses berühmten Werkes besitzt …

Tipp: Holmenkollen

Folgen Sie Goethes Empfehlung, jede Stadt zunächst von oben kennen zu lernen, und besuchen Sie Oslos Wahrzeichen Nr. 1, die Skisprungschanze Holmenkollen. Beeindruckend ist bereits die Panoramafahrt mit der U-Bahn vom Zentrum zum ›Balkon der Stadt‹, ganz zu schweigen vom atemberaubenden Blick von der erschreckend steilen Schanze auf die mehr als 400 m tiefer gelegene Stadt am Fjord. Mutige können sogar einen Sprung wagen – allerdings nur im Simulator des dazugehörigen Skimuseums.

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