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Wasser
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Den trinkt keiner leer 

von Dina Stahn

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Quelle: ©ClipDealer.com/OxfordSquare

Mit dem Bodensee liegt ein nahezu unerschöpfliches Wasserreservoir unmittelbar vor der Haustür der Anrainerstaaten. Dank jahrelanger Bemühungen hat das Seewasser mittlerweile Trinkwasserqualität.

Noch 1979 war der Bodensee so verschmutzt, dass er umzukippen drohte. Dank umfassender Bemühungen hat sich die Lage völlig gewandelt: Die Begrenzung des Phosphatgehalts in Waschmitteln und besondere Maßnahmen zur Abwasserreinigung wirkten Wunder. Das Wasser hat heute wieder Trinkwasserqualität; der Bodensee ist weltweit Vorbild geworden für ein erfolgreiches Gewässerschutz-Management.

SEGEN AUS DER TIEFE

Über vier Millionen Menschen, das sind 40 Prozent der Bevölkerung von Baden-Württemberg, trinken Wasser aus dem Bodensee. Ein gigantisches Netz an Pipelines durchzieht das Land von Überlingen bis Stuttgart, Bad Mergentheim oder Triberg. Der 1954 gegründete „Zweckverband Bodenseewasserversorgung“ hat mittlerweile 180 Mitglieder, die 320 Städte und Gemeinden versorgen. Anfangs gab es viele kritische Stimmen. „Die trinken uns den See leer“, befürchteten die Anrainer, doch das konnten die Experten rasch entkräften: Jährlich fließen 11,5 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Rhein und den anderen Zuflüssen in den See, davon zapft die Wasserversorgung auf der deutschen Seite gerade mal 130 Millionen Kubikmeter ab.

Selbst im Jahrhundertsommer 2003, als am 8. August so viel Wasser wie nie zuvor gezapft wurde, musste der See nur 531.000 Kubikmeter spenden. Bei Sipplingen am Untersee ragen drei gewaltige, zehn Meter hohe Türme aus dem Seeboden. Vom Land aus unsichtbar, wird hier in 60 Meter Tiefe Wasser abgesaugt und in die 310 Meter höher gelegene Aufbereitungsanlage auf dem Sipplinger Berg gepumpt. Zwar hätte das Rohwasser aus dem See bereits Trinkwasserqualität, da die tiefen Wasserschichten außergewöhnlich sauber sind. Trotzdem durchläuft es noch drei Reinigungsstufen, bevor es über fast ganz Baden-Württemberg verteilt wird.

Wer möchte, kann sich anschauen, was mit dem kühlen Nass auf der Sipplinger Berg geschieht. Eindrucksvoll brodelt ein mächtiger Wasserpilz aus dem Quelltopf. Zwölf Mikrosiebe reinigen das Wasser dann von Algen und Schwebstoffen. Ozonzugaben töten alle Mikroorganismen, die noch verblieben sind. Etwas Chlor sorgt dafür, dass das Wasser auch auf seiner Reise zum heimischen Wasserhahn frei von Keimen bleibt.

FAKTEN

Wasservolumen des Bodensees: 50 Milliarden m3
Durchfluss pro Jahr: 11,5 Milliarden m3
Entnahmen aller Wasserversorger pro Jahr: 170 –180 Mio. m3
Trinkwasser: Härte 2, Nitratgehalt 4,8 mg/l
Bodensee-Wasserversorgungswerk Sipplingen
Führung nach Anmeldung (Zugang nur mit Personalausweis)
Tel. 07551/833-11 57 oder 0711/973-22 09
www.zvbwv.de

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