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Urlaubstipp
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Chalkidiki 

von Klaus Bötig

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Quelle: iStockphoto®/ Andrei_Badau

Urlaub ohne Langeweile

Nur 30 Autobahnminuten vom Flughafen der nordgriechischen Metropole Thessaloniki entfernt liegt Griechenlands bedeutendstes Urlaubsrevier des Festlands. Die Auswahl an Hotels jeder Kategorie ist noch größer als die der Strände für jeden Geschmack. Die vielen kleinen Orte sind schmuck und gepflegt, die Straßen bestens ausgebaut, die Tavernen auf Qualität bedacht. Trotz vieler ausländischer Urlauber sind die meisten ihrer Gäste nämlich Griechen, die wissen, was gut und authentisch griechisch schmeckt. Auch das Beach Life ist vielerorts an den Ansprüchen junger griechischer Gäste orientiert. Die wollen originelle Lounges direkt am Strand, coole Kaffeespezialitäten und heiße Rhythmen. Für kitschige Folklore ist auf der Chalkidiki kein Platz. Hier zeigen sich das moderne Hellas und sein dynamisches, mediterranes Lebensgefühl.

Vielfältige Landschaft

Die Form der Chalkidiki gleicht einer Hand mit drei Fingern. Diese Finger sind jeweils über 50 km lang. Zwei von ihnen – Kassandra und Sithonia – sind fürs Baden wie geschaffen, auf dem dritten – Athos – wird überwiegend gebetet. Zwischen den drei Fingen greifen zwei weite Golfe tief ins Land ein, über die hinweg man immer Wasser und Berge zugleich vor Augen hat. Die Westküste blickt hinüber zum fast 3000 m hohen Götterberg Olymp und der Halbinsel Pilion, von der Ostküste aus hat man die über 1000 m hohen Berge der Insel Thassos vor Augen. Ebenso hoch ist auch das Bergland auf der Handfläche der Chalkidiki, wo das Massiv des Cholomondas mit dichten Wäldern bedeckt ist. Da produzieren Bienen fleißig Honig für Griechenlands größte Imkergenossenschaft, liefern frei in den Wäldern gehütete, schwarze Schweine den chalkidischen Wildschweinbraten. Manchmal tragen sie hier sogar Kuhglocken um den Hals.

Sportliche Chalkidiki

Baden kann man auf der Chalkidiki überall, Privatstrände gibt es nicht. Liberal sind auch die Regeln für die Vermietung von Motorbooten: haben sie maximal 30 PS, darf mit ihnen jeder Freizeitkapitän ganz ohne Führerschein spielen. Der einzige Golfplatz Nordgriechenlands liegt in Porto Carras auf der Sithonia, wo auch Pferde zu mieten sind. Zum Bogenschießen lädt die Kassandra ein, Tauchschulen bieten alle drei Finger ebenso wie Windsurfstationen. In Griechenland fast einzigartig ist das Netz gepflegter und gut markierter Wanderwege, Reiseveranstalter bieten auch geführte Wanderwochen an. Selbst moderne Wellness kommt nicht zu kurz: Außer in einigen Hotels kann man seine Gesundheit auch im modernen, sehr preiswerten Kurzentrum von Agios Nikolaos auf der Kassandra pflegen.

Grandiose Ausflugsziele

Wer dem antiken Griechenland auf die Spur kommen will, fährt nach Stagira, wo Archäologen den Geburtsort des berühmten Philosophen Aristoteles freilegen, oder besucht das antike Olynthos, ein Musterbeispiel für demokratische Stadtplanung. Noch weiter zurück führt die Zeitenreise in der Tropfsteinhöhle von Petralona, wo Menschen schon vor über 100 000 Jahren lebten. Zu einer Zweitages-Tour laden die makedonischen Königsstädte ein. Dabei steigt man in Vergina in den Grabhügel König Philipp II. hinein, des Vaters Alexanders des Großen, und sieht in Dion die älteste Orgel der Welt. Sportliche besteigen den Olymp und suchen Zeus, den obersten aller griechischen Götter.

Faszinierendes Thessaloniki

Von jedem Ort der Chalkidiki aus ist Nordgriechenlands Millionen-Metropole Thessaloniki sogar preiswert und bequem mit Linienbussen zu erreichen. Die Märkte dort haben noch etwas orientalisches Flair, die Tavernen bieten die ganze Vielfalt griechischer Küche. Das Byzantinische Museum lässt das griechische Mittelalter lebendig werden, der Weiße Turm die Stadtgeschichte. Kirchen bergen über 1000 Jahre alte, prachtvolle Mosaike – und tausende kleiner Läden und Boutiquen ein Shopping-Erlebnis abseits von Warenhäusern und Allerwelts-Filialen großer Handelsketten. Wer Musik liebt, bleibt über Nacht, besucht eins der vielen Konzerte mit griechischer Musik, sieht die Einheimischen in einer Bouzouki tanzen oder geht ins moderne Konzerthaus am Meer und genießt klassische Klänge.

TIPP: ATHOS-KREUZFAHRT

Über die Athos-Halbinsel zieht sich gleich hinter dem Badeort Ouranoupoli eine der striktesten Grenzen der Welt: die zwischen Griechenland und der autonomen Mönchsrepublik Athos, zwischen Himmel und Erde. In dieser über 1000 Jahre alten Republik, die keine Frau betreten darf, leben über 2300 orthodoxe Mönche in 20 riesigen, jahrhundertealten Klöstern und zahlreichen Einsiedeleien zu Füssen eines über 2000 m hohen Berges, der wie ein Alpengipfel direkt aus dem Meer aufragt. Nur maximal 15 ausländische Männer erhalten für maximal drei Übernachtungen ein lange im voraus zu beantragendes Besuchsvisum. Die einzige Möglichkeit, dieser abgeschiedenen Welt als normaler Urlauber etwas näher zu kommen, bieten Tageskreuzfahrten entlang der Küste, die sich den heiligen Ufern bis auf 500 m nähern dürfen. Sie starten im Sommer jeden Tag von Ormos Panagias auf der Sithonia und von Ouranoupoli auf dem Athos aus. Statt mit großen Ausflugsdampfern kann man sie auch mit typischen kleinen Kaikis unternehmen –da sind dann die Chancen sogar größer, eine Zeit lang von Delfinen begleitet zu werden.

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