Die Platja de Palma ist in die Jahre gekommen. Für vier Milliarden Euro soll bis zum Jahr 2020 aus der Keimzelle des Massentourismus ein Modell für die Zukunft werden. Auch mit dem legendären Ballermann könnte dann Schluss sein.
Es ist ein Sommertag an der Platja de Palma. Urlauber und Einheimische flanieren auf dem Boulevard, weiter östlich drängt es die ersten Gäste zu einem kühlen deutschen Bier. Ein ganz normaler Urlaubstag an der Platja also, an der sich scheinbar nichts verändert hat. Wo sind die Millionen, wo zeigen sich die ersten Veränderungen der ambitionierten Pläne des Konsortiums für die Modernisierung der Platja de Palma, fragt man sich? Seit 2005 gibt es dieses Konsortium, seit 2008 einen Siegerentwurf, an dem man studieren kann, wie die Tourismushochburg künftig aussehen soll, und seit 2009 fließen die ersten Gelder. 127 Millionen Euro waren es 2010. Bis zum Abschluss der Arbeiten (voraussichtlich 2020) sollen rund vier Milliarden Euro investiert werden. Ein Drittel davon sind öffentliche Gelder, der Rest muss aus der Privatwirtschaft kommen.
Auch wenn noch nicht viel zu sehen ist, die neue Platja kommt, da hat Magarita Nájera, die Direktorin des Konsortiums, keinen Zweifel. Dass man noch nichts sieht, liegt einfach daran, dass die ersten Gelder in den Untergrund flossen. Das komplette Kanalsystem muss auf den Stand der Zeit gebracht werden. Darüber hinaus wurde das Hotel Playa Náutico in Arenal für den Abriss angekauft, während das Hotel Royal Cupido als Pilotmodell für ein nachhaltiges, komfortables und energieeffizientes Haus grundsaniert wurde: „Ein staatliches Laborprojekt“, nennt Frau Nájera die Umgestaltung.
Die Platja soll ein emissionsfreier und prosperierender städtischer Raum werden, der Touristen und Anwohnern nachhaltige, urbane und ökologische Lebensqualitäten bietet. Zum Maßnahmenpaket des niederländischen Planungsbüros West8 gehören die Reduzierung der Bettenzahl, die Schaffung von öffentlichen Räumen mit viel Grün, Infrastrukturmaßnahmen, der Bau einer Tram und die „Einhegung“ der Partyzone.
„Die Platja de Palma muss wieder ihren guten Ruf bekommen“, meint die Direktorin des Konsortiums und sieht den Touristen im Jahr 2020 durch ein modernes und grünes Can Pastilla oder Arenal schlendern, wo es schicke Fünfsternehotels gibt, die ihren Energiebedarf aus Solarpaneelen und einem Themosolarkraftwerk beziehen. Sie sieht viel weniger Autos, dafür rund 30 000 Bäume. Dass sich durch die Modernisierung der Urlaubshochburg auch das Publikum ändern wird, ist durchaus willkommen.
Über den aktuellen Stand der Arbeiten sowie über Details zum Megaprojekt kann man sich auf der Website des Konsortiums zur Modernisierung der Platja de Palma informieren (engl./span./katalan.): www.consorcioplayadepalma.es
Anzeige