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SCHLESIENS SCHLÖSSER
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Aus dem Dornröschenschlaf erwacht 

von Roland Brochmann, Berlin

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Quelle: DuMont Bildarchiv/ Michael Marczok

Schildau, Fischbach und Erdmannsdorf waren im 19. Jahrhundert die In-Plätze des europäischen Hochadels. Heute heißen die Orte Wojanów, Karpniki und Mysłakowice. Seit dort nacheinander sieben Schlosshotels öffneten, strömen immer mehr Besucher ins Riesengebirgs-Vorland.

Rund um Hirschberg (Jelenia Góra) gibt es rund drei Dutzend Burgen und Schlösser, so viele wie nirgendwo sonst in Europa auf einer ähnlich großen Fläche. Berühmte Baumeister wie Karl-Friedrich Schinkel und der geniale Parkgestalter Peter Joseph Lenné schufen im 19. Jahrhundert für die königliche Familie und andere Adelige eine einzigartige Schlösser- und Parklandschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg bröckelte dann aber die Pracht, die Schlösser verfielen und die Parks überwucherten. Doch nun ist das Hirschberger Tal aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Wo noch vor wenigen Jahren eine abgebrannte Ruine stand, empfängt ein leuchtend weißes Traumschloss mit vier Türmen seine Gäste.
Einst lebte hier in Schildau Prinzessin Luise, Tochter des Preußenkönigs Friedrich-Wilhelm III., der seine Residenz im benachbarten Erdmannsdorf hatte.

Anders als Luise können heutige Gäste des Palastes von Wojanów neben den stilvollen Zimmern auch den großen Swimmingpool, die Sauna und das Spa im ehemaligen Vorwerk nutzen. Seit der von Lenné geschaffene Schlosspark vom Wildwuchs befreit wurde, gibt eine Sichtachse wieder den Blick zur Schneekoppe frei, der schon die romantischen Dichter und Maler des 19. Jahrhunderts begeisterte. Nur wenige Meter Luftlinie von Schildau, am anderen Ufer des Bober-Flusses, liegt der Palast von Lomnitz (Łomnica), wo vor 18 Jahren das zweite Leben des Tals begann. Damals fuhren Elisabeth und Ulrich von Küster zum ersten Mal von Berlin zum Schloss ihrer Vorfahren nach Polen. Die beiden jungen Leute griffen beherzt zu, kratzten für das verfallene Anwesen ihre Ersparnisse zusammen, verscherbelten das Familiensilber, pumpten Verwandte an und bauten schließlich Schritt für Schritt die Ruinen wieder auf.

NEUE OASEN DER RUHE

DuMont Bildarchiv/ Michael Marczok Während ihr Mann als Richter im nahen Görlitz arbeitete, entwickelte sich die ehemalige Studentin Elisabeth von Küster zur perfekten Gastgeberin in Lomnitz, setzte gegen allerlei bürokratische Hürden den Wiederaufbau des historischen Ensembles durch und bekam „nebenbei“ auch noch fünf Kinder. Im ehemaligen Witwenschlösschen entstand ein familiäres Hotel, im Restaurant legte man Rezepte von Großmutter Constanze neu auf. Im barocken Hauptschloss und dem benachbarten Gutshof stehen prächtige Räume für Feste, Tagungen und Ausstellungen zur Verfügung. Zog Lomnitz zunächst vor allem deutsche Gäste an, so entdecken inzwischen auch immer mehr polnische Touristen den Charme der Landschaft und ihren kulturellen Wert. Ein kleines Jagdschloss in Fischbach (Karpniki) wandelte sich zum Luxus-Refugium Pałac Dębowy (Eichenschlösschen), in dem sich vor allem polnische Gäste für sehr viel Geld ein paar Tage von Kopf bis Fuß verwöhnen lassen. Im 600 Einwohner zählenden Ferienort Stonsdorf (Staniszów), der Heimat des gleichnamigen Kräuterschnapses, haben Besucher seit Kurzem sogar zwei Schlosshotels zur Auswahl: das von einem Lenné-Park umgebene Schloss Stonsdorf (Pałac Staniszów) und das kleinere Wasserschloss Pałac na Wodzie.

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