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Verkehrschaos
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Alle Wege führen nach Rom 

von Barbara Schaefer, Robert Fischer

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Quelle: DuMont Bildarchiv/ Frank Heuer

Aber auf Roms Straßen geht nichts voran: Die Stadt erstickt im Verkehr. Der U-Bahn-Bau stockt, die Busse werden zu oft bestreikt, auf dem Fahrrad fühlt man sich nicht sicher, und so steigen doch alle wieder in das heißgeliebte Auto.

„Vorn müssen wir uns den Weg durch die Massen bahnen, hinter uns schiebt und drückt der Mob.“ Der römische Satirendichter Juvenal (um 60–nach 128)

Der öffentliche Nahverkehr ist in Rom ganz gut geregelt. Es gibt Busse, Trambahnen, Nahverkehrszüge und die U-Bahn. Aber die Römer schimpfen trotzdem mit Leidenschaft darüber. Vor allem über die Busse. Schon wenn sie an einer Bushaltestelle länger als fünf Minuten warten müssen, kommt die Drohung: „Morgen fahre ich wieder mit dem Auto.“ Italiener sind autoverliebt, Rom ist die europäische Hauptstadt mit den meisten Autos pro Kopf. Rund 1,6 Millionen Autos sind in Italiens Hauptstadt registriert. Die Ringautobahn GRA (Grande Raccordo Anulare) kollabiert fast täglich, dabei fragt man sich, wohin die Autos alle wollen. Die Innenstadt gilt als verkehrsberuhigte Zone, Privatautos dürfen bis 18.00 Uhr eigentlich nur mit einer Ausnahmegenehmigung hineinfahren. Eigentlich. Schwieriger noch, als mit dem Auto tagsüber durch die Stadt zu kommen, ist es, dieses abends wieder abzustellen. Es soll Menschen geben, die von dem Tag an, als sie einen Parkplatz vor der Haustüre gefunden haben, aufs Fahrrad umgestiegen sind.

Viele Römer würden ja gerne U-Bahn fahren, wenn das eine vernünftige Alternative wäre. Aber die Wagen der beiden Linien mit ihrem lächerlichen Streckennetz von rund 38 Kilometern Länge sind vielleicht noch mehr mit Menschen vollgepfropft als die Ringautobahn mit Autos. Und der Ausbau verzögert sich Jahr um Jahr: Sobald man in Rom einen ersten Spatenstich tätigt, kommt Antike zum Vorschein – hätte das Denkmalschutzamt nicht eine so große Macht, bliebe in Rom wohl schon lange kein antiker Stein mehr auf dem anderen. So aber gibt es für die Fortsetzung des U-Bahn-Baus eben nur selten grünes Licht.

Die Problematik ist allerdings nicht neu. Um das urbane Chaos einzudämmen, erließen die alten Römer das „strikte Verbot zur Beförderung von Personen in Wagen innerhalb der Stadt“. Caesar verbot dann auch noch tagsüber den Warentransport auf den engen Straßen Roms, um das Verkehrschaos zu verringern. Herbeigeschafft wurden die Güter deshalb tagsüber auf dem Tiber, nachts ging es von dort durch die engen Gassen der Stadt. „Das Rumpeln der schweren Wagen raubt selbst einem tauben Mann den Schlaf“, ärgerte sich einst Juvenal. Auch diese Klage verjährt wohl nie.

AM BESTEN ...

… ist man in Rom zu Fuß unterwegs. Für alle öffentlichen Verkehrsmittel gelten dieselben Fahrkarten. Ein einfaches Ticket kostet 1 Euro und ist 75 Minuten lang gültig. Damit kommt man bis nach Lido di Ostia. Eine Tageskarte kostet 4 Euro, das Wochenticket 16 Euro.
www.atac.roma.it

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