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Arabische Emirate
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Faszination des Orients 

Gerhard Heck

Bild 01_Artikel_Vereinigte Arabische Emirate
Quelle: ©iStockphoto.com/Klaas Lingbeek

Die Länder der Arabischen Halbinsel zogen Europäer schon immer in ihren Bann. In der Antike waren es die Königin von Saba und der Weihrauch und später die orientalischen Erzählungen aus 1001 Nacht und die beduinische Exotik von Wüstendurchquerungen europäischer Forschungsreisenden. Heute sind es die atemraubenden Veränderungen im Zuge der Petrodollars, mit denen uns die Länder im spannenden Nebeneinander von orientalischer Tradition und westlicher Moderne ins Staunen versetzen.

Besuch im Reich der Scheichs

©iStockphoto.com/Ahmad Hamoudah Dubai hat sie weltweit bekannt gemacht, und Abu Dhabi trägt inzwischen öffentlichkeitswirksam dazu bei, dass die sieben kleinen Scheichtümer, die sich 1971 als „Vereinigte Arabische Emirate“ zusammenschlossen, heute ein vielbesuchtes Reiseziel sind. Was aber lockt jedes Jahr mehr als 6 Mio. Besucher – darunter ca. 400.000 Deutsche – an die Küsten des Arabischen Golfes? Das läßt sich schnell zusammenfassen: 340 Tage Sonne im Jahr, lange saubere Sandstrände, blauer Himmel und Palmen, karibische Temperaturen, Luxus in aufregenden Hotels, futuristische Bauwerke und Einkaufen in orientalischen Souqs oder in faszinierenden Shopping Malls, ein Rest von beduinischem Ambiente und die Wüste vor der Tür, tolerante Atmosphäre, freundliche Menschen und sehr sicheres Reisen.
Mit Etihad Airways besitzen das Emirat Abu Dhabi und mit Emirates Airlines das Emirat Dubai zudem eigene Fluglinien, die täglich mehrmals direkt von Frankfurt, München und Düsseldorf oder Hamburg die Emirate anfliegen. Bequemer kann man die Welt von 1001 Nacht auch auf einem fliegenden Teppich nicht erreichen.

1001 Nacht pur im 21. Jahrhundert

Betritt man die prunkvolle Eingangshalle des Hotels Emirates Palace in Abu Dhabi und wendet den Blick hinauf in die glitzernde Kuppel aus Marmor, Gold und Kristall, so wähnt man sich inmitten einer orientalischen Märchenwelt. So müssen die goldenen Palästen mit ihren prächtigen Gemächern ausgesehen haben, in denen die Erzählungen von Scheherazade spielten.
Abu Dhabi, das größte und reichste unter den sieben Emiraten, aber touristisch weniger bekannt als das Emirat Dubai, hat sich erst vor wenigen Jahren dem Tourismus geöffnet. Kennern war es schon wegen seiner riesigen Sandwüsten und seiner malerischen Oasen Liwa und Al Ain bekannt. Jetzt will es kulturelles Zentrum der Arabischen Halbinsel werden. Dazu eröffnet es auf der stadtnahen Insel Saadiyat ein neues Guggenheim-Museum, eine Dépendance des Pariser Louvre und mehrere herausragenden Museen zur islamischen und arabischen Geschichte. Bereits im Oktober 2009 wird das letzte Grand Prix-Rennen der Formel Eins der diesjährigen Rennsaison auf dem neuen Yas Marina Circuit von Abu Dhabi ausgetragen.

Dubai toppt sie alle

©iStockphoto.com/Alex Jeffries Seit 2009 ragt in Dubai der über 800 m hohe Burj Dubai in den Himmel. Damit besitzt das Emirat den höchsten Wolkenkratzer der Welt – doppelt so hoch wie das New Yorker Empire State Building. Der „Turm von Dubai“ erhebt sich in silbergrauem schlanken Design aus Glas und Stahl im neuen Zentrum der Stadt an der Sheikh Zayed Road. Er berherbergt in mehreren Etagen ein Hotel des italienischen Modeschöpfers Armani und zu seinen Füßen steigt die größte Wasserfontäne der Welt rhythmisch auf und ab.
Die Aufzählung der Superlative ließe sich in Dubai problemlos fortsetzen. Das durch die Titelseiten vieler Illustrierte seit Jahren bekannte 7 Sterne-Hotel Burj Al Arab gehört zu dieser Gigantomanie ebenso dazu wie die drei „Palmen“, die sich heute als künstliche Insel aus aufgeschüttetem Sand vor der Küste im Meer erstrecken. Auf der Krone der ersten Palmen-Insel, der „Palm Jumeirah“ hat gerade mit 1600 Zimmern das größte Hotel der Emirate, das „Atlantis“, eröffnet. Auf allen Fernsehkanälen der Welt sah man das Eröffnungsfeuerwerk – natürlich das längste und größte aller bisher dagewesenen.
Dubai boomt, auch in und trotz der Finanzkrise. Das Erdöl, auf das britische Bohrtrupps 1966 im Emirat stießen, war im Grunde nur die Anschubfinanzierung. Nichts ist in Dubai mehr so, wie es vor vier Jahrzehnten war. Die Einnahmen aus dem Erdöl werden inzwischen von den Einnahmen aus dem Tourismus überholt. In Dubai hat längst die Zukunft nach dem Öl begonnen. Wer sich in einem der vielen Luxushotels am Jumeirah Beach unter Palmen am Strand erholt, kann dies sinnlich erfahren.

Metropole in der Wüste

Das ursprüngliche Dubai erlebt man am Creek. An dieser schmalen, flussähnlichen kilometerlangen Einbuchtung des Arabischen Golfes lebten zu Beginn des 20. Jahrhunderts wenige Dutzend Händler- und Perlenfischer-Familie in relativ einfachen Behausungen. Einen Staat gab es damals nicht. Heute zählen ihre Nachfahren, die einen Pass der VAE besitzen, zu den reichsten Bewohnern der Welt.
Die Wüste bildet den reizvollen Kontrast zu den Luxushotels und den klimatisierten Shopping Malls. Sie sei der Garten Allahs, sagen die Beduinen denn in ihrer Weite und Stille habe der Mensch die Chance, sich selbst zu erkennen. Heute entscheidet der Gast in Dubai, ob er das überhaupt will, und ob er sich auf einem Kamel oder im klimatisierten Komfort-Jeep in die Wüste begibt.

Was die Vereinigten Emirate für Besucher so außergewöhnlich macht, sind eben diese Gegensätze, mit denen europäische Besucher konfrontiert werden und die sie immer wieder von Neuem in Erstaunen versetzen: Fremd und faszinierend ist das Nebeneinander von arabischer Tradition und westlicher Moderne, von Ski-Pisten und Golfpätzen in der Wüste, Pferderennen unter Flutlicht , Gewürsouqs und Haute Couture, Bauchtanz und Moschee, BMW und Falkenjagd, Schleier und Bikini, Burka und High Heels – gerade deshalb sind die Emirate eine Reise wert.

Tipp: Der Duft des Orients

Ein Besuch im Gewürzsouq von Dubai
In unseren Breiten kauft man Gewürze steril verpackt in Klarsichttüten. Ganz anders im Gewürzsouq von Dubai: Hier werden sie offen in prall gefüllten Jutesäcken angeboten, die sich in engen Gassen vor noch engeren Ladennischen dicht aneinanderdrängen. Hinzu kommt die orientalische Atmosphäre im Souq, der sich ausbreitende Duft und die Geschichten, mit denen die Händler die Vorzüge und die verheißungsvollen Nebenwirkungen der Gewürze anpreisen.

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