Weit über hundert Passagen hat Paris einmal gezählt. Anfang des 19. Jahrhunderts nahmen die mit Läden, Cafés und Ateliers bestückten, mit filigranen Glas- und Stahlkonstruktionen überdachten Passagen das Kaufhaus vorweg. Und noch immer ziehen sich einige Dutzend Passagen durch die Viertel auf dem rechten Seine-Ufer, allen voran durch das 2. Arrondissement. Selbst bei Dauerregen gelangt man trockenen Fußes von der feinen Rue de Rivoli über die trubeligen Boulevards bis vor den volkstümlichen Montmartre-Hügel. Ein Bummel durch die Ladenwelt des vorletzten Jahrhunderts ist jedoch auch bei strahlendem Sonnenschein ein Muss – der blaue Himmel leuchtet ohnehin durch die Glasüberdachung.
Zuerst begegnen wir dem Charme der 1840er-Jahre, den die diskrete Galérie Véro- Dodat über die Zeiten gerettet hat. Messing schimmert matt an den Scheibenfassungen, die Ladenlokale scheinen sich seit Generationen nicht verändert zu haben.
Streng geben sich danach die Galerien am Palais Royal. Wuchtige Kolonnaden sorgen für Ordnung zwischen der Boutique des Modedesigners Marc Jacobs, sündhaft teuren Spielzeugläden und der denkmalgeschützten Pracht des Feinschmeckertempels „LeGrand Véfour“.
Stuckbögen und bunte Mosaikböden kennzeichnen die Galérie Vivienne. Beim eleganten Warenangebot setzt man auf die Nähe zur Modewelt an der Place des Victoires.
Erfrischend unaufgetakelt wirkt die Galérie des Panoramas. 1817 bekam sie die erste Gasbeleuchtung von Paris, heute dümpelt sie im Schummerlicht altersschwacher Neons vor sich hin. Erst die Passage Jouffroy jenseits des Boulevard de Montmarte verspricht wieder Lichtblicke, gefolgt von der Galérie Verdeau, in der Musikinstrumentehändler den Ton angeben.
Walter Benjamin beschrieb die Passagen als „Wohnzimmer für Flaneure“
1. Arc de Triomphe Paris, Paris
2. Panthéon Paris, Paris
3. Rex Club Paris, Paris
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